Der Kran­ken­be­hand­lungs­an­spruch eines Unter­su­chungs­haft­ge­fan­ge­nen

Dau­ert eine Unter­su­chungs­haft län­ger, steht dem Gefan­ge­nen ein vor­ran­gi­ger Kran­ken­be­hand­lungs­an­spruch gegen­über dem Land NRW nach § 25 UVoll­zG NRW zu, der auch zahn­pro­the­ti­sche Leis­tun­gen und Seh­hil­fen beinhal­tet.

Der Kran­ken­be­hand­lungs­an­spruch eines Unter­su­chungs­haft­ge­fan­ge­nen

So hat das Sozi­al­ge­richt Dort­mund in dem hier vor­lie­gen­den einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ent­schie­den und dem Antrag eines Unter­su­chungs­haft­ge­fan­ge­nen auf Kos­ten­über­nah­me als Sozi­al­hil­fe­leis­tung nicht statt­ge­ge­ben. Ein seit Febru­ar 2014 in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Hagen ein­sit­zen­der Unter­su­chungs­häft­ling begehr­te mit sei­nem Antrag die Ver­pflich­tung der Stadt Hagen, die Kos­ten für sei­ne Ver­sor­gung mit neu­en Seh­hil­fen und den Ersatz eines abge­bro­che­nen Stift­zah­nes als Sozi­al­hil­fe­leis­tung zu über­neh­men.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Sozi­al­ge­richt Dort­mund dar­auf ver­wie­sen, dass dem Antrag­stel­ler ein dies­be­züg­lich vor­ran­gi­ger Kran­ken­be­hand­lungs­an­spruch gegen­über dem Land NRW nach Maß­ga­be des § 25 UVoll­zG NRW zuste­he. Jeden­falls soweit die Unter­su­chungs­haft wie hier län­ger daue­re, sei­en auch zahn­pro­the­ti­sche Leis­tun­gen und Seh­hil­fen in der Haft zu erbrin­gen.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Beschluss vom 28. August 2014 – S 41 SO 318/​14 ER