Der leug­nen­de Ange­klag­te – und die Sicherungsverwahrung

Wenn der Ange­klag­te die Taten leug­net, baga­tel­li­siert oder einem ande­ren die Schuld an der Tat zuschiebt, ist dies grund­sätz­lich zuläs­si­ges Verteidigungsverhalten.

Der leug­nen­de Ange­klag­te – und die Sicherungsverwahrung

Die Gren­ze ist erst erreicht, wenn das Leug­nen, Ver­harm­lo­sen oder die Belas­tung des Opfers oder eines Drit­ten sich als Aus­druck beson­ders ver­werf­li­cher Ein­stel­lung des Täters dar­stellt, etwa weil die Falsch­be­las­tung mit einer Ver­leum­dung oder Her­ab­wür­di­gung oder der Ver­däch­ti­gung einer beson­ders ver­werf­li­chen Hand­lung ein­her­geht1.

Ein zuläs­si­ges Ver­tei­di­gungs­ver­hal­ten darf dem Ange­klag­ten aber nicht ange­las­tet wer­den; andern­falls wäre er gezwun­gen sei­ne Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie auf­zu­ge­ben, will er hin­sicht­lich der Siche­rungs­ver­wah­rung einer ihm ungüns­ti­gen Ent­schei­dung ent­ge­gen­wir­ken2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. März 2020 – 4 StR 134/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 24.10.2019 – 4 StR 200/​19, NStZ-RR 2020, 15; Beschluss vom 21.08.2014 – 1 StR 320/​14; Beschluss vom 26.10.2011 – 5 StR 267/​11, NStZ-RR 2012, 9 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 26.10.2011 – 5 StR 267/​11, NStZ-RR 2012, 9[]

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