Der abwe­sen­de Pflicht­ver­tei­di­ger – und die Unter­schrift unter der Revi­si­ons­be­grün­dung

Die Revi­si­on nicht form­ge­recht im Sin­ne des § 345 Abs. 2 StPO begrün­det wor­den und damit unzu­läs­sig, wenn die Revi­si­ons­be­grün­dungs­schrift ent­ge­gen die­ser Vor­schrift nicht vom Pflicht­ver­tei­di­ger des Beschul­dig­ten, Rechts­an­walt Dr. S. , son­dern „pro abs. Dr. S. ” von der in der­sel­ben Kanz­lei täti­gen Rechts­an­wäl­tin H. unter­zeich­net wur­de.

Der abwe­sen­de Pflicht­ver­tei­di­ger – und die Unter­schrift unter der Revi­si­ons­be­grün­dung

Auf die­se konn­te der Pflicht­ver­tei­di­ger sei­ne Befug­nis­se indes nicht wirk­sam über­tra­gen, zumin­dest nicht, solan­ge die Unter­zeich­ne­rin nicht als all­ge­mei­ne Ver­tre­te­rin des Pflicht­ver­tei­di­gers gemäß § 53 Abs. 2 BRAO tätig gewor­den ist.

Schließ­lich hat Rechts­an­wäl­tin H. die Revi­si­ons­be­grün­dung auch nicht ihrer­seits als Wahl­ver­tei­di­ge­rin des Beschul­dig­ten unter­zeich­net. Zwar hat der Beschul­dig­te jeden der in der Kanz­lei des Pflicht­ver­tei­di­gers täti­gen Rechts­an­wäl­te „zur Ein­zel­ver­tre­tung” in der gegen ihn anhän­gi­gen Straf­sa­che bevoll­mäch­tigt. Doch ist dem Zusatz der Unter­schrift unter die Revi­si­ons­be­grün­dung „pro abs. Dr. S. ” ein­deu­tig zu ent­neh­men, dass Rechts­an­wäl­tin H. nicht als Wahl­ver­tei­di­ge­rin des Beschul­dig­ten tätig gewor­den ist, son­dern in Ver­tre­tung des Pflicht­ver­tei­di­gers Rechts­an­walt Dr. S.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Okto­ber 2016 – 3 StR 268/​16