Der Räu­ber mit der Schreck­schuss­waf­fe

Bedroht der Täter einer Raub­tat das Opfer mit einer gela­de­nen Schreck­schuss­waf­fe, erfüllt er den Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand der Ver­wen­dung einer Waf­fe oder eines gefähr­li­chen Werk­zeugs (§ 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB) nur, wenn nach deren Bau­art der Explo­si­ons­druck beim Abfeu­ern der Muni­ti­on nach vor­ne durch den Lauf aus­tritt 1.

Der Räu­ber mit der Schreck­schuss­waf­fe

Fest­stel­lun­gen dazu sind auch nicht ent­behr­lich, denn der Aus­tritt des Explo­si­ons­drucks nach vor­ne kann nicht als selbst­ver­ständ­lich vor­aus­ge­setzt wer­den 2.

Der Tatrich­ter hat des­halb zur Bau­art der Waf­fen ent­spre­chen­de Fest­stel­lun­gen zu tref­fen. GGfs. ist im Urteil eine Typen­be­zeich­nung oder eine sons­ti­ge Beschrei­bung der ver­wen­de­ten Schreck­schuss­pis­to­le anzu­ge­ben, die eine Beur­tei­lung ihrer bau­art­be­ding­ten Wir­kungs­wei­se im Revi­si­ons­ver­fah­ren ermög­licht 3,

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Janu­ar 2015 – 3 StR 523/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 04.02.2003 – GSSt 2/​02, BGHSt 48, 197[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 09.02.2010 – 3 StR 17/​10, NStZ 2010, 390; vom 10.09.2013 – 4 StR 331/​13[]
  3. vgl. inso­weit etwa BGH, Urteil vom 05.05.2011 – 3 StR 57/​11, NStZ 2011, 702; Beschluss vom 11.11.2014 – 3 StR 451/​14, Rn. 4 mwN[]