Der Räu­ber und die gela­de­ne Gas­druck­pis­to­le

Hat ein Täter bei dem von ihm aus­ge­führ­ten Raub­über­fall eine gela­de­ne Gas­druck­pis­to­le als Droh­mit­tel ein­ge­setzt, muss vom Gericht jeden­falls dann fest­ge­stellt wer­den, ob bei die­ser Pis­to­le der Gas­druck nach vor­ne aus­trat, wenn sich dies nicht auf der Grund­la­ge der getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen anhand all­ge­mein zugäng­li­cher Quel­len erschließt.

Der Räu­ber und die gela­de­ne Gas­druck­pis­to­le

Dies ist nach der Recht­spre­chung erfor­der­lich, um die ver­wen­de­te Pis­to­le als Waf­fe im Sin­ne des § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB bewer­ten zu kön­nen [1].

Erfolgt dies nicht, ver­mag das Revi­si­ons­ge­richt auf­grund der pro­mi­nen­ten Stel­lung die­ses Umstan­des in der Straf­zu­mes­sung nicht aus­zu­schlie­ßen, dass die Straf­kam­mer von einem zu gro­ßen Schuld­um­fang aus­ge­gan­gen ist und ohne die­se Erwä­gung eine nied­ri­ge­re Stra­fe ver­hängt hät­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Febru­ar 2020 – 4 StR 677/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 15.03.2011 – 4 StR 40/​11, NJW 2011, 1979 Rn. 11; Beschluss vom 15.02.2011 – 3 StR 8/​11 Rn. 3 [zu § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG]; Urteil vom 20.10.1999 – 1 StR 429/​99, NJW 2000, 1050; Urteil vom 11.05.1999 – 4 StR 380/​98, NJW 1999, 2198; San­der in: Münch­Komm- z. StGB, 3. Aufl., § 250 Rn. 11 mwN[]