Der Schöf­fe – und sei­ne Ent­bin­dung wegen Urlaubs

Ob ein Schöf­fe auf sei­nen Antrag hin von der Dienst­leis­tung aus beruf­li­chen Grün­den oder wegen Urlaubs ent­bun­den wer­den kann, weil die Dienst­leis­tung unzu­mut­bar ist (vgl. § 54 Abs. 1 Satz 2 GVG), hat der zur Ent­schei­dung beru­fe­ne Rich­ter unter Abwä­gung aller Umstän­de des Ein­zel­falls, ins­be­son­de­re unter Berück­sich­ti­gung der Belan­ge des Schöf­fen, des Ver­fah­rens­stands und der vor­aus­sicht­li­chen Dau­er des Ver­fah­rens nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen zu ent­schei­den 1.

Der Schöf­fe – und sei­ne Ent­bin­dung wegen Urlaubs

Die auf der Grund­la­ge des § 77 Abs. 1 GVG in Ver­bin­dung mit § 54 Abs. 1 GVG erfolg­te Ent­schei­dung über die Ent­bin­dung von Schöf­fen ist ange­sichts der aus­drück­li­chen gesetz­li­chen Rege­lung des § 54 Abs. 3 Satz 1 GVG, § 336 Satz 2 Alt. 1 StPO vom Revi­si­ons­ge­richt nicht auf ihre Rich­tig­keit, son­dern allein dar­auf hin zu über­prü­fen, ob sie sich unter Berück­sich­ti­gung des Grund­ge­dan­kens des § 54 GVG als unver­tret­bar und damit als objek­tiv will­kür­lich erweist 2.

So genüg­ten auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall die Ent­bin­dungs­ent­schei­dun­gen mit Blick auf den Inhalt der E‑Mails der Schöf­fin­nen, die dem Gericht zum Zeit­punkt der Ent­schei­dung vor­ge­le­gen haben und damit hier auch dem Doku­men­ta­ti­ons­er­for­der­nis des § 54 Abs. 3 Satz 2 GVG aus­rei­chend Rech­nung tra­gen 3, den vor­ge­nann­ten Maß­stä­ben und erwie­sen sich nicht als will­kür­lich.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Mai 2018 – 2 StR 317/​17

  1. BGH, Urtei­le vom 04.02.2015 – 2 StR 76/​14, BGHR GVG § 54 Abs. 1 Ver­hin­de­rung 1; und vom 14.12 2016 – 2 StR 342/​15, Stra­Fo 2017, 160, 161 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 05.08.2015 – 5 StR 276/​15, BGHR GVG § 54 Abs. 1 Ver­hin­de­rung 2; BGH, Urteil vom 14.12 2016 – 2 StR 342/​15, Stra­Fo 2017, 160, 161 mwN; vgl. auch BT-Drs. 8/​976, S. 66[]
  3. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 05.08.2015 – 5 StR 276/​15, BGHR GVG § 54 Abs. 3 Satz 2 Ver­hin­de­rung 1; BGH, Urteil vom 14.12 2016 – 2 StR 342/​15, Stra­Fo 2017, 160, 161[]