Der Schuh als gefähr­li­ches Werk­zeug

Ein gefähr­li­ches Werk­zeug ist nur ein sol­ches Tat­mit­tel, das nach sei­ner objek­ti­ven Beschaf­fen­heit und nach der Art sei­ner Benut­zung im Ein­zel­fall geeig­net ist, dem Opfer erheb­li­che Kör­per­ver­let­zun­gen zuzu­fü­gen. Die beson­de­re Gefähr­lich­keit für das Rechts­gut der kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit ist dabei ein Merk­mal der Ver­wen­dung des Werk­zeugs.

Der Schuh als gefähr­li­ches Werk­zeug

Ob ein Werk­zeug im Ein­zel­fall gefähr­lich ist, muss anhand der Erheb­lich­keit der Ver­let­zung beur­teilt wer­den, die der Täter durch Ein­satz des Mit­tels ver­ur­sacht hat oder ver­ur­sa­chen woll­te [1].

Der Ein­satz eines beschuh­ten Fußes kann im Ein­zel­fall die Ver­wen­dung eines gefähr­li­chen Werk­zeugs dar­stel­len, wenn es sich um fes­tes Schuh­werk han­delt und die Art der Ver­wen­dung, ins­be­son­de­re bei Trit­ten gegen bestimm­te Kör­per­tei­le, erwar­ten lässt, dass dadurch erheb­li­che Ver­let­zun­gen ent­ste­hen [2].

Wird dage­gen – wie hier – der Fuß des Täters gegen den Hals des Opfers gedrückt, kommt dem Schuh kei­ne beson­de­re Bedeu­tung dafür zu, ob dem Opfer erheb­li­che Ver­let­zun­gen bei­gebracht wer­den. Die Wir­kung die­ser Hand­lung hängt viel­mehr vor allem von dem Druck ab, den der Fuß auf den Hals aus­übt. Auf die Tat­sa­che, dass er Halb­schu­he trug, kam es inso­weit nicht an.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Juni 2015 – 2 StR 467/​14

  1. vgl. Fischer, StGB, 62. Aufl., § 224 Rn. 9 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 13.05.2015 – 2 StR 488/​14 mwN[]