Der Schuh als gefähr­li­ches Werk­zeug

Kommt dem Schuh selbst kei­ne beson­de­re Bedeu­tung dafür zu, dass dem Tat­op­fer erheb­li­che Ver­let­zun­gen bei­gebracht wer­den, fehlt es am Nach­weis der Geeig­net­heit gera­de des Werk­zeugs zur Ver­ur­sa­chung erheb­li­cher Ver­let­zun­gen 1.

Der Schuh als gefähr­li­ches Werk­zeug

Im kon­kre­ten Fall bestan­den Zwei­fel, ob die vom Land­ge­richt ange­nom­me­ne beson­de­re Gefähr­lich­keit allein oder wesent­lich auf die Beschuhung des Fußes zurück­zu­füh­ren oder nicht schon durch die wuch­ti­gen Trit­te ins Gesicht als sol­che begrün­det war.

Bleibt dem­nach der Angriff gegen den Kopf (äußer­lich) fol­gen­los, ist es nicht ohne Wei­te­res für das Revi­si­ons­ge­richt nach­voll­zieh­bar, dass die kon­kre­te Tat­aus­füh­rung geeig­net gewe­sen sein soll, nicht uner­heb­li­che Ver­let­zun­gen her­bei­zu­füh­ren. Zumin­dest hät­te sich das Land­ge­richt, das die Annah­me einer Kör­per­ver­let­zung ledig­lich auf die Alter­na­ti­ve einer kör­per­li­chen Miss­hand­lung durch eine "üble unan­ge­mes­se­ne Behand­lung" und nicht auf eine Gesund­heits­be­schä­di­gung gestützt hat, bei sei­ner Wür­di­gung mit die­sem Umstand ein­ge­hend aus­ein­an­der set­zen müs­sen. Dies gilt vor allem auch des­halb, weil es nach der Recht­spre­chung für die Beur­tei­lung eines Werk­zeugs als gefähr­lich maß­geb­lich auf die Erheb­lich­keit der Ver­let­zung ankommt, die der Täter durch den Ein­satz des Mit­tels ver­ur­sacht hat oder ver­ur­sa­chen woll­te 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Okto­ber 2016 – 2 StR 253/​16

  1. vgl. BGH, NStZ-RR 2015, 309; fer­ner: BGH, Beschluss vom 13.05.2015 – 2 StR 488/​14[]
  2. vgl. BGH, NStZ-RR 2015, 309[]