Der Schuss mit der Sof­tair­pis­to­le – und der beding­te Kör­per­ver­let­zungs­vor­satz

Der Schuss mit der Sof­tair­pis­to­le indu­ziert für sich genom­men noch nicht das Vor­lie­gen eines beding­ten Kör­per­ver­let­zungs­vor­sat­zes.

Der Schuss mit der Sof­tair­pis­to­le – und der beding­te Kör­per­ver­let­zungs­vor­satz

Zwar kann sich – letzt­lich nicht anders als im Fall des beding­ten Tötungs­vor­sat­zes – die Annah­me eines beding­ten Kör­per­ver­let­zungs­vor­sat­zes auch dar­aus erge­ben, dass der Täter (oder ein Mit­tä­ter) eine Hand­lung vor­nimmt, die eine so hohe Gefahr für die kör­per­li­che Inte­gri­tät des Opfers beinhal­tet, dass im Ein­zel­fall ohne wei­ter gehen­de Begrün­dung aus der Kennt­nis der Tat­um­stän­de auf das Wis­sens- und der gleich­wohl erfolg­ten Tat­aus­füh­rung auf das Wol­lens­ele­ment des beding­ten Vor­sat­zes geschlos­sen wer­den kann 1.

Die geplan­te Bedro­hung mit einer Sof­ta­ir-Pis­to­le stellt für sich genom­men noch kei­ne so gro­ße Gefahr für die kör­per­li­che Inte­gri­tät der betrof­fe­nen Per­so­nen dar, dass dar­aus ohne wei­te­re Begrün­dung der Schluss gezo­gen wer­den könn­te, der Schüt­ze habe mit dem Ein­tritt von kör­per­li­chen Fol­gen gerech­net, wie sie im vor­lie­gen­den Fall dann tat­säch­lich beim Opfer ein­ge­tre­ten sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. August 2018 – 4 StR 255/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 22.03.2012 – 4 StR 558/​11, BGHSt 57, 183, Rn. 26 mwN[]