Der Tod des Ange­klag­ten – und die Kos­ten

Die Kos­ten­ent­schei­dung rich­tet sich im Fall des Todes des Ange­klag­ten nach den Grund­sät­zen, die bei Ein­stel­lung wegen eines Ver­fah­rens­hin­der­nis­ses all­ge­mein anzu­wen­den sind.

Der Tod des Ange­klag­ten – und die Kos­ten

Des­halb fal­len die Aus­la­gen der Staats­kas­se die­ser nach § 467 Abs. 1 StPO zur Last.

Jedoch wird nach § 467 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 StPO davon abge­se­hen, die not­wen­di­gen Aus­la­gen des Ange­klag­ten der Staats­kas­se auf­zu­er­le­gen, weil der Ange­klag­te nur des­halb nicht rechts­kräf­tig ver­ur­teilt wird, weil mit sei­nem Tod ein Ver­fah­rens­hin­der­nis ein­ge­tre­ten ist 1.

Bei einer anhän­gi­gen Revi­si­on bedeu­tet dies: Zwar hängt die Fra­ge, ob der Staats­kas­se auch die Auf­wen­dun­gen des Ange­klag­ten auf­er­legt wer­den, von den Erfolgs­aus­sich­ten der von ihm ein­ge­leg­ten Revi­si­on ab. Maß­geb­lich ist indes inso­weit nicht die Straf­zu­mes­sung, son­dern ledig­lich, ob – wie hier – der ergan­ge­ne Schuld­spruch Bestand gehabt hät­te. Denn bereits dann wäre es unbil­lig, der Staats­kas­se die not­wen­di­gen Auf­wen­dun­gen des Ange­klag­ten auf­zu­er­le­gen 2. Hier­für hät­te es sogar genügt, wenn das Ver­fah­ren über­haupt nur bis zur Schuld­spruch­rei­fe geführt wor­den wäre 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Okto­ber 2017 – 3 StR 342/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 08.06.1999, aaO, 108, 116[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 13.02.2014 – 1 StR 631/​13, BGHR StPO § 467 Abs. 3 Ver­fah­rens­hin­der­nis 4 mwN[]
  3. vgl. BVerfG, Beschlüs­se vom 26.03.1987 – 2 BvR 589/​79 u.a., NJW 1987, 2427, 2428; vom 05.05.2001 – 2 BvR 413/​00[]