Der uner­reich­ba­re Zeu­ge

Ein Zeu­ge ist nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nur uner­reich­bar, wenn der Tatrich­ter unter Beach­tung der ihm oblie­gen­den Auf­klä­rungs­pflicht alle der Bedeu­tung des Bewei­ses ent­spre­chen­den Bemü­hun­gen zur Bei­brin­gung des Zeu­gen ver­geb­lich ent­fal­tet hat und kei­ne begrün­de­te Aus­sicht besteht, dass der Zeu­ge in abseh­ba­rer Zeit von dem Gericht als Beweis­mit­tel her­an­ge­zo­gen wer­den kann 1.

Der uner­reich­ba­re Zeu­ge

Dar­an fehl­te es im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Aus dem vom Vor­sit­zen­den ver­le­se­nen Ver­merk lässt sich nicht ent­neh­men, wel­che kon­kre­ten Prü­fun­gen die ermit­teln­den Poli­zei­be­am­ten zur Auf­fin­dung der Zeu­gin unter­nom­men haben.

Dass ein Zeu­ge unbe­kannt ver­zo­gen ist, macht ihn nicht ohne wei­te­res uner­reich­bar.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Dezem­ber 2019 – 1 StR 517/​19

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 02.11.2016 – 2 StR 556/​15 Rn. 11; und vom 04.08.1992 – 1 StR 246/​92 Rn. 6, BGHR StPO § 244 Abs. 3 Satz 2 Uner­reich­bar­keit 13 jeweils mwN[]