Der "uner­reich­ba­re" Zeu­ge

Der Beweis­an­trag auf Ver­neh­mung eines Zeu­gen kann wegen Uner­reich­bar­keit abge­lehnt abge­lehnt wer­den, wenn der Zeu­ge sich meh­re­ren Ladun­gen zur Haupt­ver­hand­lung mit ersicht­lich vor­ge­scho­be­nen Grün­den ent­zo­gen hat und auch die Ver­su­che einer Kon­takt­auf­nah­me über einen Dol­met­scher ver­geb­lich waren.

Der "uner­reich­ba­re" Zeu­ge

Dies gilt jeden­falls dann, wenn ange­sichts der gerin­gen Beweis­be­deu­tung einer Aus­sa­ge die­ses Zeu­gen, wie sie sich aus dem Pro­to­koll sei­ner poli­zei­li­chen Ver­neh­mung vom 5. Juli 2016 (kurz nach der Tat) ergibt, das Land­ge­richt zu wei­ter gehen­den Bemü­hun-gen um eine Ver­neh­mung des Zeu­gen nicht ver­pflich­tet war.

Das Maß der erfor­der­li­chen Bemü­hun­gen rich­tet sich stets nach der Bedeu­tung des Beweis­mit­tels für die Wahr-heits­er­for­schung 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Febru­ar 2017 – 4 StR 593/​16

  1. vgl. Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 59. Aufl., § 244 Rn. 63 mwN[]