Der Ver­mö­gens­scha­den beim Ein­ge­hungs­be­trug

Die Prü­fung eines Ver­mö­gens­scha­dens erfor­dert grund­sätz­lich einen objek­ti­ven Ver­gleich der Ver­mö­gens­wer­te vor und nach der irr­tums­be­ding­ten Ver­mö­gens­ver­fü­gung.

Der Ver­mö­gens­scha­den beim Ein­ge­hungs­be­trug

Danach fehlt es an einem Scha­den, soweit die Ver­mö­gens­min­de­rung durch den wirt­schaft­li­chen Wert des Erlang­ten aus­ge­gli­chen wird 1.

Han­delt es sich um einen Fall des Ein­ge­hungs­be­trugs, hat ein Wert­ver­gleich der gegen­sei­ti­gen ver­trag­li­chen Ansprü­che zu erfol­gen.

Von einem Scha­den ist auch dann aus­zu­ge­hen, wenn zwar noch kein blei­ben­der Ver­mö­gens­scha­den ein­ge­tre­ten ist, aber die Gefahr eines Ver­mö­gens­ver­lusts so nahe liegt, dass sie bereits zum Zeit­punkt der Ver­fü­gung eine Min­de­rung des Ver­mö­gens begrün­det 2.

Der Vor­satz des Täters muss sowohl die Täu­schung der Opfers als auch den Ein­tritt eines Ver­mö­gens­scha­dens umfas­sen.

Soweit der Täter trotz Kennt­nis des erheb­li­chen Ver­lust­ri­si­kos einen Erfolg der beab­sich­tig­ten Geld­an­la­gen erhofft, steht dies der Annah­me eines Schä­di­gungs­vor­sat­zes nicht ent­ge­gen. Hier­aus ergibt sich viel­mehr, dass der Ange­klag­te das mit der Geld­an­la­ge ver­bun­de­ne kon­kre­te Ver­lust­ri­si­ko für die Anle­ger erkannt und gebil­ligt hat. Dies genügt für den Betrugs­vor­satz, der nicht auf den Ein­tritt eines Erfül­lungs- oder End­scha­dens gerich­tet sein muss 3. Der Schä­di­gungs­vor­satz ent­fällt auch nicht des­halb, weil der Täter beab­sich­tigt, hofft oder glaubt, einen end­gül­ti­gen Ver­mö­gens­scha­den abwen­den zu kön­nen 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. März 2016 – 2 StR 36/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 20.12 2012 – 4 StR 55/​12, NStZ 2013, 234, 236[]
  2. BVerfGE 126, 170, 221 ff.; BGH, Urteil vom 15.12 2006 – 5 StR 181/​06, BGHSt 51, 165, 177; Beschluss vom 02.04.2008 – 5 StR 354/​07, BGHSt 52, 182, 188[]
  3. BGH, Beschluss vom 18.02.2009 – 1 StR 731/​08, BGHSt 53, 199, 204; Beschluss vom 26.08.2003 – 5 StR 145/​03, BGHSt 48, 331, 346 f.[]
  4. BGH, Beschluss vom 12.06.2001 – 4 StR 402/​00, NStZ-RR 2001, 328, 330[]