Der Ver­suchs­be­ginn beim Dea­len mit Min­der­jäh­ri­gen

Gemäß § 22 StGB setzt der Ver­such objek­tiv vor­aus, dass der Täter nach Maß­ga­be sei­nes Tat­plans unmit­tel­bar zur Tat ansetzt 1.

Der Ver­suchs­be­ginn beim Dea­len mit Min­der­jäh­ri­gen

Abga­be im Sin­ne von § 29a Abs. 1 Nr. 1, § 30 Abs. 1 Nr. 2 BtMG setzt eine Über­tra­gung der eige­nen tat­säch­li­chen Ver­fü­gungs­macht an den Betäu­bungs­mit­teln (auf einen Min­der­jäh­ri­gen) zu des­sen frei­er Ver­fü­gung vor­aus 2.

Das Tat­be­stands­merk­mal der Abga­be knüpft dem­nach – im Unter­schied zum wei­ter gefass­ten Begriff des Han­del­trei­bens im Sin­ne von § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BtMG – an die tat­säch­li­che Ver­schaf­fung der Ver­fü­gungs­macht an. Daher stellt das blo­ße Feil­bie­ten von Betäu­bungs­mit­teln an Min­der­jäh­ri­ge noch kein unmit­tel­ba­res Anset­zen zur gewerbs­mä­ßi­gen Abga­be von Betäu­bungs­mit­teln dar.

Ein der­ar­ti­ges Ver­hal­ten erfüllt jedoch den Tat­be­stand uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln (§ 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BtMG). Das Feil­bie­ten von Betäu­bungs­mit­teln stellt bereits einen Teil­akt des (voll­ende­ten) Han­del­trei­bens dar.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Okto­ber 2019 – 1 StR 441/​19

  1. vgl. Fischer, StGB, 66. Aufl., § 22 Rn. 9[]
  2. BGH, Beschluss vom 05.02.2013 – 1 StR 693/​13 Rn. 3 mwN[]