Der Vor­satz des Dro­gen­ku­riers

Ein Dro­gen­ku­rier, der sich zum Trans­port von Betäu­bungs­mit­teln bereit erklärt und weder auf die Men­ge des ihm über­ge­be­nen Rausch­gifts Ein­fluss neh­men noch die­se Men­ge über­prü­fen kann, wird in der Regel damit rech­nen müs­sen, dass ihm mehr Rausch­gift zum Trans­port über­ge­ben wird, als man ihm offen­bart hat.

Der Vor­satz des Dro­gen­ku­riers

Ist ihm bei die­ser Sach­la­ge die tat­säch­li­che Men­ge der Betäu­bungs­mit­tel gleich­gül­tig, so han­delt er mit beding­tem Vor­satz bezüg­lich der tat­säch­lich trans­por­tier­ten Gesamt­men­ge 1.

Dies liegt in Fäl­len, in denen zwi­schen dem Kurier und sei­nem Auf­trag­ge­ber kein per­sön­li­ches Ver­trau­ens­ver­hält­nis besteht, regel­mä­ßig nahe.

Gegen einen beding­ten Vor­satz kön­nen im Ein­zel­fall Umstän­de spre­chen, die dem Kurier die Über­zeu­gung zu ver­mit­teln ver­mö­gen, sein Auf­trag­ge­ber habe ihm in Bezug auf die Betäu­bungs­mit­tel­men­ge die Wahr­heit gesagt 2.

Soll­te der Tatrich­ter Zwei­fel an der sub­jek­ti­ven Tat­sei­te hin­sicht­lich der Mehr­men­ge nicht zu über­win­den ver­mö­gen, wird er zu prü­fen haben, ob dem Ange­klag­ten inso­weit Fahr­läs­sig­keit zur Last fällt 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Juli 2017 – 2 StR 110/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 31.03.1999 – 2 StR 82/​99, NStZ 1999, 467; BGH, Urteil vom 21.04.2004 – 1 StR 522/​03, NStZ-RR 2004, 281[][]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 31.03.1999 – 2 StR 82/​99, NStZ 1999, 467[]