Der Zustän­dig­keits­streit der Jugend­rich­ter – bei der Ein­lei­tung der Vollstreckung

Die förm­li­che Ein­lei­tung der Voll­stre­ckung ist kei­ne jugend­rich­ter­li­che Tätig­keit im Sin­ne von § 83 Abs. 1 JGG, son­dern eine Auf­ga­be der Jus­tiz­ver­wal­tung; der Jugend­rich­ter wird inso­weit als deren Organ tätig.

Der Zustän­dig­keits­streit der Jugend­rich­ter – bei der Ein­lei­tung der Vollstreckung

Besteht aus­schließ­lich Streit über die Zustän­dig­keit für eine der­ar­ti­ge Auf­ga­be, so liegt kein Zustän­dig­keits­streit zwi­schen meh­re­ren Gerich­ten im Sin­ne von § 14 StPO vor, über den (hier:) der Bun­des­ge­richts­hof zu ent­schei­den hät­te1.

Die Voll­stre­ckung ist durch die Ladung zum Straf­an­tritt noch nicht förm­lich ein­ge­lei­tet. Dies gilt jeden­falls dann, wenn die Ladung den Ver­ur­teil­ten bis­lang noch gar nicht erreicht hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Sep­tem­ber 2020 – 2 ARs 218/​20

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 13.08.2014 – 2 ARs 225/​14, Beck­RS 2014, 17821; vom 08.02.2018 – 2 ARs 41/​18, Beck­RS 2018, 1758; und vom 15.07.2020 – 2 ARs 162/​20, Beck­RS 2020, 17310[]