Die abre­de­wid­rig ein­ge­setz­te frem­de Kre­dit­kar­te

Wer von dem berech­tig­ten Inha­ber einer Kre­dit­kar­te , die Daten der Kar­te er- hält und unter ihrer Ver­wen­dung abspra­che­wid­ri­ge Ver­fü­gun­gen tätigt, indem er den Mit­ar­bei­tern eines Rei­se­bü­ros bei der Bezah­lung sei­ner Rech­nung bewusst wahr­heits­wid­rig erklärt, der Kar­ten­in­ha­ber habe ihm die Ermäch­ti­gung zum Ein­satz der Kre­dit­kar­te erteilt, begeht kei­nen Com­pu­ter­be­trug 1.

Die abre­de­wid­rig ein­ge­setz­te frem­de Kre­dit­kar­te

Die Vor­aus­set­zun­gen eines Kre­dit­kar­ten­miss­brauchs im Sin­ne von § 266b StGB sind in die­ser Fall­kon­stel­la­ti­on eben­falls nicht erfüllt 2.

Auch die für eine Untreue in bei­den Vari­an­ten erfor­der­li­che Ver­mö­gens­be­treu­ungs­pflicht, die unter ande­rem ein signi­fi­kan­tes Maß an Ent­schei­dungs­frei­heit des Treu­neh­mers erfor­dert 3, erge­ben sich nicht bereits aus den Fest­stel­lun­gen, dass die Kre­dit­kar­ten­da­ten aus­schließ­lich zur Abbu­chung der Kos­ten für die Flug­ti­ckets genutzt wer­den soll­ten.

Eine Straf­bar­keit als Betrug setzt vor­aus, dass der Täter von Anfang an plan­te, die ihm vom Geschä­dig­ten mit­ge­teil­ten Kre­dit­kar­ten­da­ten zur Durch­füh­rung der abre­de­wid­ri­gen Ver­fü­gun­gen zu ver­wen­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Novem­ber 2016 – 4 StR 470/​16

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 09.04.1992 – 1 StR 158/​92, BGHR StGB § 263 Abs. 1 Kon­kur­ren­zen 6; Beschluss vom 17.12 2002 – 1 StR 412/​02, BGHR StGB § 263a Anwen­dungs­be­reich 1; Beschluss vom 15.01.2013 – 2 StR 553/​12; für abspra­che­wid­ri­ge Abhe­bun­gen am Geld­au­to­ma­ten mit ec-Kar­te und PIN jüngst zwei­felnd BGH, Beschluss vom 23.11.2016 – 4 StR 464/​16[]
  2. BGH, Beschluss vom 03.12 1991 – 4 StR 538/​91, NStZ 1992, 278[]
  3. st. Rspr.; vgl. zuletzt BGH, Urteil vom 09.11.2016 – 5 StR 313/​15, Tz. 33, zur Ver­öf­fent­li­chung in BGHSt bestimmt; SSW-StG­B/­Sa­li­ger, 3. Aufl., § 266, Rn. 10[]