Die auf dem Pull­over gesi­cher­te DNA-Misch­spur

Das Gericht darf sich für den Nach­weis der Täter­schaft nicht ein­fach auf eine an dem als Tat­mit­tel ver­wen­de­ten Pull­over gesi­cher­te DNA­Misch­spur ver­las­sen, die – neben dem DNA­Mus­ter der Geschä­dig­ten und dem eines ihrer Söh­ne – antei­lig das DNA­Mus­ter des Ange­klag­ten auf­weist. Dass es auf­grund einer Misch­spu­ren­be­rech­nung "wahr­schein­lich" sei, dass der Ange­klag­te die Spur gelegt habe, ist kei­ne aus­rei­chen­de Begrün­dung.

Die auf dem Pull­over gesi­cher­te DNA-Misch­spur

Eine sol­che Begrün­dung genügt nicht den Anfor­de­run­gen, die an die Dar­stel­lung eines DNA­Gut­ach­tens bei Misch­spu­ren zu stel­len sind [1].

Ins­be­son­de­re muss im Straf­ur­teil erör­tert wer­den, wie vie­le DNA­Sys­te­me unter­sucht wur­den und in wie vie­len davon Über­ein­stim­mun­gen mit den DNAMerk­ma­len des Ange­klag­ten fest­ge­stellt wur­den. Ansons­ten kann der Beweis­wert, den das Schwur­ge­richt der DNASpur bei­gemes­sen hat, nicht über­prüft wer­den.

Dar­über hin­aus hät­te das Schwur­ge­richt im vor­lie­gen­den Fall näher aus­füh­ren müs­sen, wes­halb es von einer tat­re­le­van­ten Spur aus­geht. Denn ange­sichts meh­re­rer Tref­fen des Ange­klag­ten mit dem Tat­op­fer vor der Tat ist dies nicht selbst­ver­ständ­lich.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Juni 2020 – 5 StR 109/​20

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 28.08.2019 – 5 StR 419/​19; und vom 20.11.2019 – 4 StR 318/​19, NJW 2020, 350, jeweils mwN[]