Die lückenhafte Beweiswürdigung im Strafurteil

30. Januar 2018 | Strafrecht
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Lückenhaft ist die Würdigung der Beweise insbesondere dann, wenn das tatrichterliche Urteil nicht erkennen lässt, dass der Tatrichter alle Umstände, die geeignet sind, die Entscheidung zu Gunsten oder zu Ungunsten des Angeklagten zu beeinflussen, in seine Überlegungen einbezogen und dabei nicht nur isoliert gewertet, sondern in eine umfassende Gesamtwürdigung eingestellt hat1.

Andererseits soll die Beweiswürdigung keine umfassende Dokumentation der Beweisaufnahme enthalten, sondern lediglich belegen, warum bestimmte bedeutsame Umstände so festgestellt worden sind2. Insbesondere ist es nicht veranlasst, die Inhalte von Zeugenaussagen in ihren Einzelheiten mitzuteilen, auf die es für die Beweiswürdigung des Tatgerichts nicht ankommt. Das gilt erst recht, wenn die Urteilsgründe die breit wiedergegebenen Zeugenaussagen als in der Beweiswürdigung nicht berücksichtigt oder nicht verwertet bezeichnen.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 11. Oktober 2017 – 1 StR 305/17

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 13.07.2017 – 3 StR 188/17 mwN
  2. st. Rspr.; siehe nur BGH, Beschluss vom 25.07.2017 – 3 StR 111/17 mwN

 
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