Die Beweis­wür­di­gung in den Urteils­grün­den

Die Beweis­wür­di­gung soll kei­ne umfas­sen­de Doku­men­ta­ti­on der Beweis­auf­nah­me ent­hal­ten, son­dern ledig­lich bele­gen, war­um bestimm­te bedeut­sa­me Umstän­de so fest­ge­stellt wor­den sind.

Die Beweis­wür­di­gung in den Urteils­grün­den

Es ist des­halb regel­mä­ßig ver­fehlt, den Inhalt der über­wach­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on (Chats, E‑Mails, Pro­to­kol­le von Tele­fon- und Innen­raum­ge­sprä­chen) wört­lich oder auch nur in einer aus­führ­li­chen Inhalts­an­ga­be wie­der­zu­ge­ben 1.

Es ist auch nicht nötig, für jede ein­zel­ne Fest­stel­lung – und sei sie mit Blick auf den Tat­vor­wurf und des­sen Ahn­dung noch so unwe­sent­lich – einen Beleg in den Urteils­grün­den zu erbrin­gen, denn auch dies stellt sich ledig­lich als Beweis­do­ku­men­ta­ti­on, nicht aber als Beweis­wür­di­gung dar 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Okto­ber 2017 – 3 StR 145/​17

  1. st. Rspr.; vgl. zuletzt BGH, Beschluss vom 30.06.2015 – 3 StR 179/​15 4 mwN; s. auch Mey­er-Goß­ner/Appl, Die Urtei­le in Straf­sa­chen, 29. Aufl., Rn. 350 mwN[]
  2. Mey­er-Goß­ner/Appl aaO, Rn. 350 mwN[]
  3. BGHSt 37, 22[]