Die Bewil­li­gungs­ent­schei­dung im Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren – und der ein­ge­schränk­te Rechts­schutz

Die dem aus­lie­fe­rungs­recht­li­chen Zuläs­sig­keits­ver­fah­ren nach­fol­gen­de Bewil­li­gungs­ent­schei­dung ist der (verfassungs-)gerichtlichen Über­prü­fung nur ein­ge­schränkt zugäng­lich 1.

Die Bewil­li­gungs­ent­schei­dung im Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren – und der ein­ge­schränk­te Rechts­schutz

Dies wird der Rechts­schutz­ga­ran­tie aus Art.19 Abs. 4 GG grund­sätz­lich gerecht, weil der Rechts­schutz der betrof­fe­nen Per­son prä­ven­tiv im der Bewil­li­gungs­ent­schei­dung vor­ge­schal­te­ten Zuläs­sig­keits­ver­fah­ren gewähr­leis­tet wird. Das Ergeb­nis des Zuläs­sig­keits­ver­fah­rens deter­mi­niert gemäß § 12 IRG die Bewil­li­gungs­ent­schei­dung dahin­ge­hend, dass eine Bewil­li­gung, mit Aus­nah­me des Falls des ver­ein­fach­ten Ver­fah­rens nach § 41 IRG, nicht erfol­gen darf, soweit die Aus­lie­fe­rung nicht zuvor für zuläs­sig erklärt wur­de 2.

Einer iso­lier­ten (verfassungs-)gerichtlichen Über­prü­fung der Bewil­li­gungs­ent­schei­dung bedarf es nur, wenn die­se zulas­ten der Rechts­po­si­ti­on der betrof­fe­nen Per­son von der Zuläs­sig­keits­ent­schei­dung abweicht, weil in einem sol­chen Fall im Rah­men des prä­ven­ti­ven Rechts­schut­zes nicht alle ihre sub­jek­ti­ven öffent­li­chen Rechts­po­si­tio­nen berück­sich­tigt wer­den konn­ten und der von Art.19 Abs. 4 GG gebo­te­ne Rechts­schutz nicht in hin­rei­chen­dem Maße gewährt wer­den konn­te 3.

Nach die­sen Maß­stä­ben ist die Bewil­li­gungs­ent­schei­dung nicht iso­liert über­prüf­bar, soweit sie nicht zulas­ten des Aus­zu­lie­fern­den von der Zuläs­sig­keits­ent­schei­dung abweicht.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 4. Dezem­ber 2019 – 2 BvR 1258/​19

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 18.06.2019 – 2 BvR 1092/​19, Rn. 3; Beschluss vom 09.06.2015 – 2 BvR 965/​15, Rn. 21 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 18.06.2019 – 2 BvR 1092/​19, Rn. 3; Beschluss vom 09.06.2015 – 2 BvR 965/​15, Rn. 21 f.[]
  3. vgl. BVerfG, Beschluss vom 18.06.2019 – 2 BvR 1092/​19, Rn. 4; Beschluss vom 09.06.2015 – 2 BvR 965/​15, Rn. 22, 24[]