Die Delikt­se­rie der Ban­de – und die Fra­ge der Tat­ein­heit

Sind an einer Delikt­se­rie meh­re­re Per­so­nen betei­ligt, so ist die Fra­ge, ob die ein­zel­nen Taten tat­ein­heit­lich oder tat­mehr­heit­lich zusam­men­tref­fen, bei jedem Betei­lig­ten geson­dert zu prü­fen und zu ent­schei­den.

Die Delikt­se­rie der Ban­de – und die Fra­ge der Tat­ein­heit

Leis­tet ein Mit­tä­ter für bestimm­te Ein­zel­ta­ten einen indi­vi­du­el­len, nur die­se för­dern­den Tat­bei­trag, so sind ihm die­se Taten – soweit kei­ne natür­li­che Hand­lungs­ein­heit vor­liegt – als tat­mehr­heit­lich began­gen zuzu­rech­nen.

Fehlt es hin­ge­gen an einer sol­chen indi­vi­du­el­len Tat­för­de­rung und erbringt der Täter im Vor­feld oder wäh­rend des Lau­fes der Delikt­se­rie Tat­bei­trä­ge, durch die alle oder meh­re­re Ein­zel­ta­ten sei­ner Tat­ge­nos­sen gleich­zei­tig geför­dert wer­den, so sind ihm die gleich­zei­tig geför­der­ten ein­zel­nen Straf­ta­ten als tat­ein­heit­lich zuzu­rech­nen 1.

Konn­ten kei­ne allein bestimm­te Fäl­le betref­fen­den Tat­bei­trä­ge des ein­zel­nen Ban­den­mit­glieds fest­ge­stellt wer­den, ist nach dem Zwei­fels­satz zu sei­nen Guns­ten davon aus­zu­ge­hen, dass sich sei­ne Tat­bei­trä­ge (hier: ins­be­son­de­re das Bereit­stel­len des Tat­fahr­zeugs und die Über­ga­be von Zet­teln mit mög­li­chen Ein­bruchs­zie­len) jeweils sowohl zugleich auf alle die­se Fäl­le bezo­gen. Damit ist inso­weit (gleich­ar­ti­ge) Tat­ein­heit gemäß § 52 Abs. 1 StGB anzu­neh­men 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 31. August 2016 – 4 StR 160/​16

  1. st. Rspr., vgl. nur BGH, Beschluss vom 19.11.2014 – 4 StR 284/​14 mwN[]
  2. vgl. BGH, aaO[]