Die Die­bes­ban­de – und die erfor­der­li­che Ban­den­ab­re­de

Für das Qua­li­fi­ka­ti­ons­merk­mal des § 250 Abs. 1 Nr. 2 StGB ist es nicht erfor­der­lich, dass die Täter über­ein­ge­kom­men waren, über den Ein­zel­fall hin­aus auch zukünf­tig Wert­ge­gen­stän­de durch den Ein­satz von Nöti­gungs­mit­teln zu erlan­gen.

Die Die­bes­ban­de – und die erfor­der­li­che Ban­den­ab­re­de

Denn nach dem ein­deu­ti­gen Wort­laut der Norm genügt es, dass der Raub oder – auf­grund der Ver­wei­sung des § 255 StGB – die räu­be­ri­sche Erpres­sung durch Mit­glie­der einer Ban­de began­gen wer­den, die sich zur fort­ge­setz­ten Bege­hung von Dieb­stahl ver­bun­den hat 1.

Einer Erwei­te­rung der Ban­den­ab­re­de auf die zukünf­tig wie­der­hol­te Bege­hung von Raub- bzw. räu­be­ri­schen Erpres­sungs­ta­ten bedarf es nicht 2.

Es genügt viel­mehr, dass sich die kon­kre­te Tat als eine sol­che einer Die­bes­ban­de dar­stellt, mit­hin an ihrer Bege­hung min­des­tens zwei Ban­den­mit­glie­der betei­ligt sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. März 2015 – 3 StR 595/​14

  1. vgl. Lackner/​Kühl, StGB, 28. Aufl., § 250 Rn. 2[]
  2. wohl anders, indes nicht tra­gend: BGH, Beschluss vom 13.04.1999 – 1 StR 77/​99, NStZ 1999, 454; NK-StGB-Kind­häu­ser, 4. Aufl., § 250 Rn. 16[]