Die psy­chi­sche Dis­po­si­ti­on als Hang – und die Unter­brin­gung in der Ent­zie­hungs­an­stalt

Die Vor­aus­set­zun­gen eines Han­ges gemäß § 64 Satz 1 StGB sind nicht nur im Fal­le einer chro­ni­schen, auf kör­per­li­cher Sucht beru­hen­den Abhän­gig­keit gege­ben; viel­mehr genügt bereits eine ein­ge­wur­zel­te, auf psy­chi­scher Dis­po­si­ti­on beru­hen­de oder durch Übung erwor­be­ne inten­si­ve Nei­gung, immer wie­der Rausch­mit­tel im Über­maß zu sich zu neh­men, ohne dass eine phy­si­sche Abhän­gig­keit bestehen muss.

Die psy­chi­sche Dis­po­si­ti­on als Hang – und die Unter­brin­gung in der Ent­zie­hungs­an­stalt

Lässt sich eine Beein­träch­ti­gung der Gesund­heit oder der Arbeits- und Leis­tungs­fä­hig­keit durch den Rausch­mit­tel­kon­sum fest­stel­len, indi­ziert dies zwar einen Hang im Sin­ne des § 64 Satz 1 StGB, das Feh­len einer sol­chen Beein­träch­ti­gung schließt ihn aber nicht aus 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Janu­ar 2018 – 3 StR 579/​17

  1. st. Rspr.; vgl. zuletzt BGH, Beschluss vom 19.04.2016 – 3 StR 48/​16, NStZ-RR 2016, 246, 247 mwN[]