Die Erpres­sung des Dro­gen­ku­riers – und die Annah­me eines min­der schwe­ren Falls

Ein min­der schwe­rer Fall liegt vor, wenn das gesam­te Tat­bild ein­schließ­lich aller sub­jek­ti­ven Momen­te und der Täter­per­sön­lich­keit vom Durch­schnitt der erfah­rungs­ge­mäß gewöhn­lich vor­kom­men­den Fäl­le in einem sol­chen Maße abweicht, dass die Anwen­dung des Aus­nah­me­straf­rah­mens gebo­ten ist 1.

Die Erpres­sung des Dro­gen­ku­riers – und die Annah­me eines min­der schwe­ren Falls

Dies gilt auch für eine Erpres­sungs­hand­lung, bei der es um die Rück­füh­rung des unrecht­mä­ßi­gen Besit­zes eines Dro­gen­ku­riers an unter­schla­ge­nen Betäu­bungs­mit­teln ging. Mit der straf­mil­dern­den Berück­sich­ti­gung die­ser Erwä­gung hat der Tatrich­ter erkenn­bar dar­auf abge­stellt, dass der Ange­klag­te von einem straf­wür­di­gen (Vor)Verhalten des Neben­klä­gers aus­ge­gan­gen ist. Sei­ne Annah­me, dass dies die Tat in einem mil­de­ren Licht erschei­nen las­se, ist von Rechts wegen nicht zu bean­stan­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. August 2017 – 2 StR 344/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 19.03.1975 – 2 StR 53/​75, BGHSt 26, 97, 99; Urteil vom 26.04.2017 – 2 StR 506/​1520[]