Die feh­len­de Mit­tei­lung über nicht statt­ge­fun­de­ne Ver­stän­di­gungs­ge­sprä­che

Zwar erfor­dert § 243 Abs. 4 Satz 1 StPO grund­sätz­lich die so genann­te Nega­tiv­mit­tei­lung auch dann, wenn kei­ne auf eine Ver­stän­di­gung hin­zie­len­den Gesprä­che statt­ge­fun­den haben 1. Ein zur Auf­he­bung des Urteils nöti­gen­der Ver­fah­rens­feh­ler liegt aber nur dann vor, wenn das Urteil auf der Nicht­mit­tei­lung, ob Erör­te­run­gen im Sin­ne des § 243 Abs. 4 Satz 1 StPO statt­ge­fun­den haben, beruht.

Die feh­len­de Mit­tei­lung über nicht statt­ge­fun­de­ne Ver­stän­di­gungs­ge­sprä­che

Dies ist dann aus­zu­schlie­ßen, wenn zwei­fels­frei fest­steht, dass es kei­ner­lei Gesprä­che über die Mög­lich­keit einer Ver­stän­di­gung gege­ben hat 2.

Vor die­sem Hin­ter­grund muss die Revi­si­ons­be­grün­dung mit­tei­len, über wel­che Kennt­nis­se und Hin­wei­se bezüg­lich etwai­ger Ver­stän­di­gungs­ge­sprä­che der Revi­si­ons­ver­tei­di­ger und der Ange­klag­te – gege­be­nen­falls nach zumut­ba­rer Ein­ho­lung ent­spre­chen­der Aus­künf­te beim Instanz­ver­tei­di­ger – ver­fü­gen 3, weil nur so das Revi­si­ons­ge­richt die Beru­hens­fra­ge prü­fen kann. Fehlt es – wie hier – an ent­spre­chen­den Dar­le­gun­gen und fehlt es auch sonst an jeg­li­chem Anhalts­punkt dafür, dass auf eine Ver­stä­di­gung gerich­te­te Gesprä­che statt­ge­fun­den haben, ist eine auf die Ver­let­zung des § 243 Abs. 4 Satz 1 StPO gestütz­te Ver­fah­rens­rüge nicht zuläs­sig erho­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Novem­ber 2014 – 2 StR 171/​14

  1. BVerfG NStZ 2014, 592, 593 f.; anders noch BGH, Urteil vom 10.07.2013 – 2 StR 47/​13, BGHSt 58, 315 ff.[]
  2. BVerfGE 133, 168, 223 Rn. 98; BVerfG NStZ 2014, 592, 594; BGH, Beschluss vom 22.05.2013 – 4 StR 121/​13, NStZ 2013, 541; Beschluss vom 03.09.2013 – 1 StR 237/​13, BGH NStZ 2013, 724; Beschluss vom 29.01.2014 – 1 StR 523/​13, NStZ-RR 2014, 115[]
  3. BVerfG NStZ 2014, 592, 594[]