Die Flucht vor der Poli­zei – und die gefähr­li­chen Ein­grif­fe in den Stra­ßen­ver­kehr

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist in Fäl­len einer unun­ter­bro­che­nen Poli­zei­flucht regel­mä­ßig von Tat­ein­heit bezüg­lich aller durch die Fahrt ver­wirk­lich­ten Delik­te aus­zu­ge­hen 1.

Die Flucht vor der Poli­zei – und die gefähr­li­chen Ein­grif­fe in den Stra­ßen­ver­kehr

Ein für die Annah­me von Tat­mehr­heit her­an­ge­zo­ge­ne Umstand, der Ange­klag­te habe wäh­rend der Flucht zwei getrenn­te Fahr­ma­nö­ver aus­ge­führt, da er zunächst aus einer Park­bucht eines öffent­li­chen Park­plat­zes rück­wärts her­aus­ge­fah­ren und dann – nach Fahrt­rich­tungs­wech­sel und "Erwei­te­rung sei­nes Blick­win­kels" – den Park­platz Rich­tung Aus­fahrt ver­las­sen habe, trägt nicht. Denn unge­ach­tet der­ar­ti­ger, den Zufäl­lig­kei­ten des ein­zel­nen Fal­les geschul­de­ter Beson­der­hei­ten, ver­bleibt es bei dem für die Annah­me von Tat­ein­heit maß­ge­ben­den recht­li­chen Gesichts­punkt, wonach in dem ein­heit­li­chen Ent­schluss zu einer Flucht vor der Poli­zei eine beson­de­re Sach­la­ge zu sehen ist, die in die­sen Fäl­len die Zusam­men­fas­sung aller Ver­let­zun­gen der Straf­ge­set­ze zu einer Tat begrün­det 2.

Auch bezüg­lich meh­re­rer, ein­an­der fol­gen­den Wider­stands­hand­lun­gen besteht natür­li­che Hand­lungs­ein­heit 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Sep­tem­ber 2016 – 4 StR 221/​16

  1. vgl. nur BGH, Urteil vom 20.02.2003 – 4 StR 228/​02, BGHSt 48, 233, 239; eben­so schon BGH, Urteil vom 15.12 1967 – 4 StR 441/​67, BGHSt 22, 67, 76[]
  2. BGH, Beschluss vom 12.01.1995 – 4 StR 742/​94, BGHR StGB § 315b Abs. 1 Nr. 3 Kon­kur­ren­zen 1[]
  3. BGH, BGH, Urteil vom 09.03.1978 – 4 StR 64/​78, VRS 56, 141[]