Die Fra­ge der Ver­hand­lungs­fä­hig­keit

Ein Ange­klag­ter ist ver­hand­lungs­fä­hig, wenn er nach sei­ner kör­per­li­chen und geis­ti­gen Beschaf­fen­heit sei­ne Rech­te in der Haupt­ver­hand­lung wahr­zu­neh­men ver­mag.

Die Fra­ge der Ver­hand­lungs­fä­hig­keit

Ob das der Fall war, hat das Gericht von Amts wegen im Frei­be­weis­ver­fah­ren zu ent­schei­den 1.

Im vor­lie­gen­den Fall hat­te der Sach­ver­stän­di­ge in einem umfas­sen­den schrift­li­chen Gut­ach­ten die Ver­hand­lungs­fä­hig­keit des Ange­klag­ten bejaht. In der Haupt­ver­hand­lung wur­de der Ange­klag­te von einer her­bei­ge­ru­fe­nen Not­ärz­tin auf sei­ne Ver­hand­lungs­fä­hig­keit unter­sucht. Die genom­me­nen kli­ni­schen Wer­te waren unauf­fäl­lig. Weder die Not­ärz­tin noch der eben­falls her­bei­ge­ru­fe­ne Sach­ver­stän­di­ge haben eine Ver­hand­lungs­un­fä­hig­keit bejaht. Unter die­sen Umstän­den hat auch der Bun­des­ge­richts­hof kei­ne Ver­an­las­sung, an der Ver­hand­lungs­fä­hig­keit des Ange­klag­ten zu zwei­feln.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Sep­tem­ber 2016 – 4 StR 251/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 09.12 1988 – 2 StR 164/​88, BGHR vor § 1 Ver­fah­rens­hin­der­nis, Ver­hand­lungs­fä­hig­keit 1; Urteil vom 22.10.1992 – 1 StR 575/​92[]