Die gemein­schaft­lich began­ge­ne Kör­per­ver­let­zung

Eine gemein­schaft­li­che Bege­hungs­wei­se im Sin­ne des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB ist nur gege­ben, wenn Täter und Betei­lig­ter bei Bege­hung der Kör­per­ver­let­zung ein­ver­ständ­lich zusam­men­wir­ken.

Die gemein­schaft­lich began­ge­ne Kör­per­ver­let­zung

Wobei es hier­für bereits genügt, wenn ein am Tat­ort anwe­sen­der Tat­ge­nos­se die Wir­kung der Kör­per­ver­let­zungs­hand­lung des Täters bewusst in einer Wei­se ver­stärkt, wel­che die Lage des Ver­letz­ten zu ver­schlech­tern geeig­net ist [1].

Dar­an kann es indes feh­len, wenn sich meh­re­re Opfer jeweils nur einem Angrei­fer aus­ge­setzt sehen, ohne dass die Posi­tio­nen aus­ge­tauscht wer­den. Denn in einem sol­chen Fall ste­hen dem jewei­li­gen Opfer die Betei­lig­ten gera­de nicht gemein­schaft­lich gegen­über.

Damit fehlt es an dem Grund für die Straf­schär­fung des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB, der in der erhöh­ten abs­trak­ten Gefähr­lich­keit der Tat liegt, weil einem Geschä­dig­ten meh­re­re Angrei­fer kör­per­lich gegen­über­ste­hen und er des­halb in sei­ner Ver­tei­di­gungs­mög­lich­keit tat­säch­lich oder ver­meint­lich ein­ge­schränkt ist [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Juli 2017 – 3 StR 93/​17

  1. BGH, Beschluss vom 17.07.2012 – 3 StR 158/​12, BGHR StGB § 224 Abs. 1 Nr. 4 Gemein­schaft­lich 4 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 30.06.2015 – 3 StR 171/​15, BGHR StGB § 224 Abs. 1 Nr. 4 Gemein­schaft­lich 5 mwN[]