Die gemein­schaft­lich began­ge­ne Körperverletzung

Eine gemein­schaft­li­che Begehungsweise im Sinne des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB ist nur gege­ben, wenn Täter und Beteiligter bei Begehung der Körperverletzung ein­ver­ständ­lich zusam­men­wir­ken.

Die gemein­schaft­lich began­ge­ne Körperverletzung

Wobei es hier­für bereits genügt, wenn ein am Tatort anwe­sen­der Tatgenosse die Wirkung der Körperverletzungshandlung des Täters bewusst in einer Weise ver­stärkt, wel­che die Lage des Verletzten zu ver­schlech­tern geeig­net ist 1.

Daran kann es indes feh­len, wenn sich meh­re­re Opfer jeweils nur einem Angreifer aus­ge­setzt sehen, ohne dass die Positionen aus­ge­tauscht wer­den. Denn in einem sol­chen Fall ste­hen dem jewei­li­gen Opfer die Beteiligten gera­de nicht gemein­schaft­lich gegen­über.

Damit fehlt es an dem Grund für die Strafschärfung des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB, der in der erhöh­ten abs­trak­ten Gefährlichkeit der Tat liegt, weil einem Geschädigten meh­re­re Angreifer kör­per­lich gegen­über­ste­hen und er des­halb in sei­ner Verteidigungsmöglichkeit tat­säch­lich oder ver­meint­lich ein­ge­schränkt ist 2.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 25. Juli 2017 – 3 StR 93/​17

  1. BGH, Beschluss vom 17.07.2012 – 3 StR 158/​12, BGHR StGB § 224 Abs. 1 Nr. 4 Gemeinschaftlich 4 mwN
  2. BGH, Beschluss vom 30.06.2015 – 3 StR 171/​15, BGHR StGB § 224 Abs. 1 Nr. 4 Gemeinschaftlich 5 mwN
  3. vgl. Meyer-Goßner, 60. Aufl., § 264, Rn. 2 mit Nachweisen…

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