Die geraubter Geldkassette

Befindet sich in einem Behältnis, das die Täter in ihren Gewahrsam bringen, indes nicht die vorgestellte werthaltige Beute, kann in diesen Fällen nicht wegen eines vollendeten Diebstahls oder Raubes, sondern nur wegen (fehlgeschlagenen) Versuchs verurteilt werden.

Die geraubter Geldkassette

In dem hier entschiedenen Fall überfielen die Täter ihr Opfer in seiner Wohnung, um ihn zu berauben, und forderten – nachdem sie ihn geschlagen und mit einem Messer bedroht hatten – die Herausgabe von Geld. Das Opfer verfügte in seiner Wohnung indes nicht über Bargeld. Nachdem sie auch bei einer Durchsuchung der Wohnung nichts Stehlenswertes gefunden hatten und einer der Täter dem Opfer im Zuge eines Gerangels einen gezielten Stich in die Schulter versetzt hatte, nahmen sie eine im Flur der Wohnung befindliche Geldkassette an sich, von der sie wussten, dass das Opfer darin üblicherweise Geld aufbewahrte und von der sie sich erhofften, dass sich auch am Tattag Geld darin befinde. Anschließend verließen die Täter die Wohnung. Tatsächlich war die Kassette jedoch leer.

Der Bundesgerichtshof verneinte das Vorliegen eines vollendeten besonders schweren Raubes.Denn die Zueignungsabsicht der Täter richtete sich nicht auf die – geringwertige – Geldkassette, sondern auf das darin nach ihrer Vorstellung vorhandene Bargeld. Befindet sich in einem Behältnis, das die Täter in ihren Gewahrsam bringen, indes nicht die vorgestellte werthaltige Beute, kann in diesen Fällen nicht wegen eines vollendeten Diebstahls oder Raubes, sondern nur wegen (fehlgeschlagenen) Versuchs verurteilt werden1.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 13. Oktober 2016 – 3 StR 173/16

  1. BGH, Beschlüsse vom 01.02.2000 – 4 StR 564/99, NStZ 2000, 531; vom 09.07.2013 – 3 StR 174/13, NStZ-RR 2013, 309; jeweils mwN; LK/Vogel, StGB, 12. Aufl., § 242 Rn. 162 []