Die im Urteil feh­len­de Urteils­for­mel

Beden­ken gegen eine wirk­sa­me Zustel­lung bestehen nicht des­halb, weil die Urteils­for­mel in der zuge­stell­ten Urteils­ur­kun­de gänz­lich fehl­te [1].

Die im Urteil feh­len­de Urteils­for­mel

Die Urteils­for­mel ist nach § 268 Abs. 2 Satz 1 StPO bei der Ver­kün­dung zu ver­le­sen und nach § 273 Abs. 1 StPO in die Sit­zungs­schrift auf­zu­neh­men. Die maß­geb­li­che Infor­ma­ti­on über den Inhalt der Urteils­for­mel ergibt sich aus der pro­to­kol­lier­ten Ver­kün­dung (§§ 268 Abs. 2 Satz 1, 273 Abs. 1, 274 StPO; vgl. BGH, Urteil vom 08.07.1955 – 5 StR 43/​55, BGHSt 8, 41; Urteil vom 11.11.1998 – 5 StR 325/​98, BGHR StPO § 345 Abs. 1 Frist­be­ginn 7).

Die feh­len­de Wie­der­ga­be der Urteils­for­mel in der Urteils­ur­kun­de beruht des­halb ersicht­lich auf einem offen­sicht­li­chen Ver­se­hen, das für die Par­tei­en, die im vor­lie­gen­den Fall sämt­lich bei der Urteils­ver­kün­dung zuge­gen waren, offen­kun­dig war.

Damit war der Berich­ti­gungs­be­schluss des Land­ge­richts zuläs­sig. Sei­ner Zustel­lung bedurf­te es im vor­lie­gen­den Fall zur Ingang­set­zung der Revi­si­ons­be­grün­dungs­frist nicht [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. April 2020 – 4 StR 67/​20

  1. BGH, Urtei­le vom 11.11.1998 – 5 StR 325/​98, BGHR StPO § 345 Abs. 1 Frist­be­ginn 7; vom 05.09.2007 – 2 StR 306/​07, Stra­Fo 2007, 502[]
  2. BGH, Urteil vom 05.09.2007 – 2 StR 306/​07, Stra­Fo 2007, 502[]