Die in Syri­en began­ge­nen Kriegs­ver­bre­chen

Das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf wegen in Syri­en began­ge­ner Kriegs­ver­bre­chen ist rechts­kräf­tig.

Die in Syri­en began­ge­nen Kriegs­ver­bre­chen

Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat den Ange­klag­ten wegen Mor­des, wegen meh­re­rer Fäl­le des erpres­se­ri­schen Men­schen­raubs und wegen einer Viel­zahl von Kriegs­ver­bre­chen gegen Per­so­nen zu lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt und die beson­de­re Schwe­re der Schuld fest­ge­stellt1. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Ange­klag­ten ver­wor­fen.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Ober­lan­des­ge­richts betei­lig­te sich der Ange­klag­te im Jahr 2012 in Alep­po mit einer von ihm ange­führ­ten Miliz an den Kämp­fen gegen die Streit­kräf­te der syri­schen Regie­rung. Zugleich nutz­te er die Bür­ger­kriegs­wir­ren dazu, sich mit Hil­fe sei­ner Miliz durch Plün­de­run­gen, Dieb­stäh­le und Ent­füh­run­gen zu berei­chern. Er nahm ins­ge­samt sie­ben Per­so­nen gefan­gen und ver­schlepp­te sie in von ihm geführ­te Gefäng­nis­se, um sie dort bis zur Zah­lung des von ihm gefor­der­ten Löse­gel­des fest­zu­hal­ten. Um sei­nen For­de­run­gen Nach­druck zu ver­lei­hen, miss­han­del­ten der Ange­klag­te oder sei­ne Mili­zio­nä­re die Opfer unter ande­rem durch Schlä­ge mit Stö­cken oder dicken Kup­fer­ka­beln sowie unter Anwen­dung ver­schie­de­ner Fol­ter­me­tho­den. Nach­dem einem der Gefan­ge­nen die Flucht gelun­gen war, war der Ange­klag­te dar­über so ver­är­gert und wütend, dass er einen eben­falls in sei­nem Gewahr­sam befind­li­chen Bru­der des Geflo­he­nen so lan­ge miss­han­del­te, bis die­ser auf­grund sei­ner Ver­let­zun­gen ver­starb.

Der Ange­klag­te hat mit sei­nem Rechts­mit­tel die Ver­let­zung for­mel­len und mate­ri­el­len Rechts gerügt. Die Über­prü­fung durch den Bun­des­ge­richts­hof hat kei­nen Rechts­feh­ler erge­ben. Das Ver­fah­ren vor dem Ober­lan­des­ge­richt ist rechts­feh­ler­frei geführt wor­den. Die von ihm getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen tra­gen den Schuld­spruch. Auch die ver­häng­te Stra­fe ist nicht zu bean­stan­den. Das Urteil ist damit rechts­kräf­tig.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. August 2019 – 3 StR 228/​19

  1. OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 24.09.2018 – III-5 StS 3/​16 []