Die nicht gerin­ge Men­ge Ecsta­sy

Die Schuld­fra­ge ist durch die feh­ler­haf­te Anwen­dung eines Grenz­werts von nur 10 g MDMA-Base durch das Land­ge­richt nicht berührt, weil die Grenz­men­ge auch bei einem Wert von 30 g MDMA-Base mehr­fach über­schrit­ten wor­den wäre.

Die nicht gerin­ge Men­ge Ecsta­sy

Der Bestand des Straf­aus­spruchs wird nicht dadurch gefähr­det, dass sich die Straf­kam­mer bei dem auch Ecsta­sy-Tablet­ten umfas­sen­den Fall des uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge (Han­dels­men­ge: fünf Kilo­gramm Amphet­amin mit einem Wirk­stoff­ge­halt von 18 % Wirk­stoff­an­teil 900 g Amphet­amin­ba­se sowie 1.000 Ecsta­sy-Tablet­ten mit einem Wirk­stoff­ge­halt von 24 % Wirk­stoff­an­teil 112, 80 g MDMA-Base) hin­sicht­lich des in die­sen Ecsta­sy-Tablet­ten ent­hal­te­nen Wirk­stoffs MDMA für die nicht gerin­ge Men­ge (§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG) an dem obiter dic­tum des 2. Straf­se­nats 1 ori­en­tiert und einen Grenz­wert von 10 g MDMA-Base ange­nom­men hat.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te mit Urteil vom 09.10.1996 2 für den eben­falls in Ecsta­sy-Tablet­ten ent­hal­te­nen Wirk­stoff MDE/​MDEA ent­schie­den, dass die nicht gerin­ge Men­ge bei 30 g MDE-Base beginnt und ange­regt – ohne dies abschlie­ßend zu ent­schei­den – den Grenz­wert der nicht gerin­gen Men­ge für die Amphet­amin­de­ri­va­te MDA, MDMA und MDE ein­heit­lich zu bestim­men 3. Mit Beschluss vom 15.03.2001 4 hat der Bun­des­ge­richts­hof den Grenz­wert für die nicht gerin­ge Men­ge für MDMA sodann eben­falls auf 30 g MDMA-Base fest­ge­legt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Juni 2017 – 1 StR 652/​16

  1. BGH, Urteil vom 03.12 2008 – 2 StR 86/​08, Rn. 16, BGHSt 53, 89 ff.[]
  2. BGH, Urteil vom 09.10.1996 – 3 StR 220/​96, BGHSt 42, 255 ff.[]
  3. BGH aaO BGHSt 42, 255, 267[]
  4. BGH, Beschluss vom 15.03.2001 – 3 StR 21/​01, NStZ 2001, 381, 382[]