Die Miss­hand­lung vor der Erpres­sung

Das Tat­be­stands­merk­mal "bei der Tat" (§ 250 Abs. 2 Nr. 3 Buchst. a StGB) bezieht sich auf die fina­le Ver­knüp­fung von Gewalt und Ver­mö­gens­ver­fü­gung, durch die die Erpres­sungs­de­lik­te geprägt sind.

Die Miss­hand­lung vor der Erpres­sung

Es ist daher nur dann erfüllt, wenn die schwe­re kör­per­li­che Miss­hand­lung zur Erzwin­gung der Ver­mö­gens­ver­fü­gung oder zumin­dest zur Siche­rung der Beu­te ver­übt wird. Ein schlich­ter räum­lich­zeit­li­cher Zusam­men­hang zwi­schen einer räu­be­ri­schen Erpres­sung und einer schwe­ren Miss­hand­lung genügt hier­für hin­ge­gen nicht 1.

Dies gilt sowohl in dem Fall, in der die Miss­hand­lung der Erpres­sung unmit­tel­bar nach­folgt, als auch dann, wenn sie ihr – wie hier – unmit­tel­bar vor­an­geht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juni 2015 – 3 StR 193/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 25.03.2009 – 5 StR 31/​09, BGHSt 53, 234, 236 f.[]
  2. vgl. auch BGH, Beschluss vom 16.07.2009 – 4 StR 241/​09, NStZ 2010, 150 zu § 177 Abs. 4 Nr. 2 Buchst. a StGB[]