Die nicht ange­ord­ne­te Siche­rungs­ver­wah­rung – und die Revi­si­ons­be­schrän­kung

Eine Beschrän­kung der Revi­si­on auf die Fra­ge der Maß­re­gel­an­ord­nung ist mög­lich; dies gilt auch für die Nicht­an­ord­nung der Siche­rungs­ver­wah­rung.

Die nicht ange­ord­ne­te Siche­rungs­ver­wah­rung – und die Revi­si­ons­be­schrän­kung

Zwi­schen Stra­fe und Nicht­an­ord­nung von Siche­rungs­ver­wah­rung besteht auf­grund der Zwei­spu­rig­keit des Sank­tio­nen­sys­tems grund­sätz­lich kei­ne Wech­sel­wir­kung 1.

Etwas ande­res gilt jedoch, wenn das Tat­ge­richt Stra­fe und Maß­re­gel in einen inne­ren, eine getrenn­te Prü­fung bei­der Rechts­fol­gen aus­schlie­ßen­den Zusam­men­hang gebracht hat 2.

So liegt es hier: Das Land­ge­richt hat die Maß­re­gel­an­ord­nung auch mit Blick auf die Wir­kun­gen des lang­jäh­ri­gen Straf­voll­zugs und die dadurch zu erwar­ten­de Hal­tungs­än­de­rung des Ange­klag­ten abge­lehnt. Damit hat es einen inne­ren Zusam­men­hang zwi­schen Straf­hö­he und unter­las­se­ner Maß­re­gel­an­ord­nung her­ge­stellt, der eine getrenn­te Über­prü­fung bei­der Rechts­fol­gen aus­schließt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Mai 2019 – 4 StR 511/​18

  1. vgl. etwa BGH, Urteil vom 24.05.2018 – 4 StR 643/​17, NStZ-RR 2018, 305, 306 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 22.10.2015 – 4 StR 275/​15, NStZ 2016, 337, 338; und vom 11.07.2013 – 3 StR 148/​13 mwN, inso­weit in NStZ 2013, 707 nicht abge­druckt[]