Die nicht begrün­de­te Revi­si­ons­ver­wer­fung

Aus dem Umstand, dass der Bun­des­ge­richts­hof die Ver­wer­fung der Revi­si­on nicht begrün­det hat, kann nicht auf einen Ver­stoß gegen den Grund­satz der Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs geschlos­sen wer­den.

Die nicht begrün­de­te Revi­si­ons­ver­wer­fung

Eine Begrün­dungs­pflicht für letzt­in­stanz­li­che, mit ordent­li­chen Rechts­mit­teln nicht mehr anfecht­ba­re Ent­schei­dun­gen besteht nicht 1. Das gilt auch dann, wenn in einer Gegen­er­klä­rung zur Antrags­schrift des Gene­ral­bun­des­an­walts die Sach­rü­ge wei­ter aus­ge­führt wird.

Eine Mit­tei­lung des Gerichts, war­um es nach­ge­scho­be­ne Bean­stan­dun­gen für unbe­grün­det erach­tet, ist nicht erfor­der­lich 2.

Abs. 1 GG zwingt die Gerich­te nicht dazu, jedes Vor­brin­gen eines Betei­lig­ten aus­drück­lich zu beschei­den 3. Die Begrün­dung einer Revi­si­ons­ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs ist auch nicht auf­grund der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on gebo­ten 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. April 2018 – 1 StR 479/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 05.05.2014 – 1 StR 82/​14, NStZ-RR 2014, 222 mwN; BVerfG, Beschluss vom 23.08.2005 – 2 BvR 1066/​05, NJW 2006, 136; vgl. auch Beschluss vom 30.06.2014 – 2 BvR 792/​11, wis­tra 2014, 434 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 05.05.2014 – 1 StR 82/​14, NStZ-RR 2014, 222 mwN[]
  3. vgl. BVerfG aaO; sie­he auch etwa BGH, Beschluss vom 02.07.2013 – 2 StR 99/​13[]
  4. EGMR, Ent­schei­dung vom 13.02.2007 – Beschwer­de Nr. 15073/​03, EuGRZ 2008, 274, 276[]