Die nicht unter­schrie­be­ne Ankla­ge­schrift

Ein Ver­fah­rens­hin­der­nis mit Blick dar­auf, dass die in den Gerichts­ak­ten befind­li­che Ankla­ge­schrift nicht unter­schrie­ben ist, besteht nicht.

Die nicht unter­schrie­be­ne Ankla­ge­schrift

Das Feh­len der Unter­schrift führt nicht zur Unwirk­sam­keit der Ankla­ge und damit der Ein­stel­lung des Ver­fah­rens wegen eines Ver­fah­rens­hin­der­nis­ses, wenn die Ankla­ge mit Wis­sen und Wol­len des zustän­di­gen Beam­ten der Staats­an­walt­schaft zu den Akten gereicht wor­den ist 1.

So ver­hielt es sich auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall. Denn aus der dienst­li­chen Stel­lung­nah­me der Staats­an­wäl­tin und deren Ver­merk ergibt sich, dass die Akte mit der jeweils unter­schrie­be­nen Fas­sung der Begleit­ver­fü­gung und der Ankla­ge­schrift an die Straf­kam­mer abver­fügt wur­de; wes­halb sodann die­se Fas­sun­gen in die Zwei­tak­te und die nicht unter­schrie­be­nen Fas­sun­gen in die Haupt­ak­te gera­ten sind, konn­te nicht mehr auf­ge­klärt wer­den. Danach steht aber fest, dass die Ankla­ge mit Wis­sen und Wol­len des zustän­di­gen Beam­ten er hoben wor­den ist und somit den Ver­fol­gungs­wil­len der Ankla­ge­be­hör­de doku­men­tiert 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Dezem­ber 2017 – 4 StR 323/​17

  1. vgl. RGSt 37, 407, 408; OLG Düs­sel­dorf, wis­tra 1993, 352; OLG Mün­chen, wis­tra 201 1, 280; Mey­er – Goß­ner, StPO, 60. Aufl., § 200 Rn. 27; Kuck­ein, Stra­Fo 1997, 33, 34[]
  2. vgl. Schnei­der in KK-StPO, 7. Aufl., § 200 Rn. 37 mwN[]