Die Prü­fung der Schuld­fä­hig­keit – und die rich­ter­li­che Sach­kun­de

Die rich­ter­li­che Sach­kun­de reicht in der Regel nicht aus, um, wie es das Land­ge­richt getan hat, ohne Hin­zu­zie­hung eines psych­ia­tri­schen Sach­ver­stän­di­gen eine sexu­el­le Prä­fe­renz­stö­rung zu dia­gnos­ti­zie­ren und, in Ver­bin­dung mit „Ver­ein­sa­mung und Alters­ab­bau”, im Rah­men der Schuld­fä­hig­keits­prü­fung zu gewich­ten1.

Die Prü­fung der Schuld­fä­hig­keit – und die rich­ter­li­che Sach­kun­de

Im hier ent­schie­de­nen Fall wies der Bun­des­ge­richts­hof die Revi­si­on des Ange­klag­ten gleich­wohl zurück:

Denn der Ange­klag­te ist durch die Annah­me ver­min­der­ter Schuld­fä­hig­keit im Sin­ne von § 21 StGB nicht beschwert. Eine Auf­he­bung der Schuld­fä­hig­keit konn­te der Bun­des­ge­richts­hof – ohne wei­te­re Begrün­dung und im Revi­si­ons­ver­fah­ren natür­lich auch ohne Sach­ver­stän­di­gen – aus­schlie­ßen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Febru­ar 2018 – 5 StR 610/​17

  1. vgl. etwa BGH, Urteil vom 15.12 1988 – 4 StR 535/​88, BGHR StGB § 21 Sach­ver­stän­di­ger 8; Beschluss vom 10.01.2000 – 5 StR 638/​99, NStZ 2000, 437; LK StGB/​Schöch, 12. Aufl., § 20 Rn. 236 mwN