Die rechts­kräf­ti­ge Gesamt­stra­fe ohne Ein­zel­stra­fen – und die spä­te­re wei­te­re Ver­ur­tei­lung

Das Gericht hat davon abzu­se­hen, die (Gesamtgeld)Strafe aus einem frü­he­ren Urteil in die Gesamt­frei­heits­stra­fe ein­zu­be­zie­hen, wenn die­ses Urteil kei­ne Ein­zel­stra­fen ent­hält. Statt­des­sen ist ein Här­teaus­gleich zu gewäh­ren.

Die rechts­kräf­ti­ge Gesamt­stra­fe ohne Ein­zel­stra­fen – und die spä­te­re wei­te­re Ver­ur­tei­lung

Die­ses Vor­ge­hen ent­spricht der Recht­spre­chung des 1., 2., 3. und 4. Straf­se­nats des Bun­des­ge­richts­hofs 1.

Soweit es dem­ge­gen­über der 5. Straf­se­nat in sei­nem Beschluss vom 20.04.1999 – 5 StR 275/​98, wis­tra 1999, 262 – für vor­zugs­wür­dig gehal­ten hat, eine neue Gesamt­stra­fe unter Zugrun­de­le­gung der denk­bar güns­tigs­ten Ein­zel­stra­fen aus der Vor­ver­ur­tei­lung zu bil­den, hat er mit­ge­teilt, dass er an die­ser Rechts­auf­fas­sung nicht mehr fest­hält.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Sep­tem­ber 2019 – 4 StR 294/​19

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 11.12 2003 – 3 StR 430/​03, NStZ-RR 2004, 106; vom 29.03.2006 – 2 StR 579/​05 7[]