Die Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft – und der Wider­spruch zwi­schen Revi­si­ons­an­trag und Revi­si­ons­be­grün­dung

Wider­spre­chen sich Revi­si­ons­an­trag und Inhalt der Revi­si­ons­be­grün­dung, ist unter Berück­sich­ti­gung von Nr. 156 Abs. 2 RiStBV das Angriffs­ziel durch Aus­le­gung zu ermit­teln [1].

Die Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft – und der Wider­spruch zwi­schen Revi­si­ons­an­trag und Revi­si­ons­be­grün­dung

Dies führ­te im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall zu der Beschrän­kung der Revi­si­on auf den Rechts­fol­gen­aus­spruch:

Unge­ach­tet der in der Revi­si­ons­be­grün­dung ent­hal­te­nen Wen­dung, die Aus­füh­run­gen zur Begrün­dung erfolg­ten „erläu­ternd, nicht ein­schrän­kend“ liegt kei­ne umfas­sen­de Revi­si­on vor. Die Begrün­dung des Rechts­mit­tels, das erkenn­bar, wenn auch nicht aus­drück­lich aus­schließ­lich zuun­guns­ten des Ange­klag­ten ein­ge­legt ist, ent­hält kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass auch der Schuld­spruch im zwei­ten Fall ange­foch­ten wer­den soll. Die­ser bil­det viel­mehr gera­de die Grund­la­ge der von der Staats­an­walt­schaft inso­weit erho­be­nen Ein­wen­dun­gen gegen die Bemes­sung der ent­spre­chen­den Ein­zel­stra­fe.

Mit der aus­drück­li­chen Bean­stan­dung des Straf­aus­spruchs ist aller­dings auch der Maß­re­gel­aus­spruch, zu dem sich das Rechts­mit­tel der Staats­an­walt­schaft nicht ver­hält, ange­foch­ten. Da die Staats­an­walt­schaft auch die Aus­set­zung der Voll­stre­ckung der Gesamt­frei­heits­stra­fe zur Bewäh­rung bean­stan­det, schließt § 67b Abs. 1 Satz 2 StGB eine getrenn­te Ent­schei­dung über den Voll­zug von Stra­fe einer­seits und Maß­re­gel ande­rer­seits aus.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Sep­tem­ber 2017 – 1 StR 112/​17

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urtei­le vom 11.06.2014 – 2 StR 90/​14, NStZ-RR 2014, 285; vom 22.02.2017 – 5 StR 545/​16; vom 26.04.2017 – 2 StR 47/​17, NStZ-RR 2017, 201; und vom 06.07.2017 – 4 StR 415/​16, StRR 2017, Nr. 8, 18[]