Die rich­ti­gen Schöf­fen für ein Ver­fah­ren

Das Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter gilt auch für Schöf­fen. So ist ein Gericht rich­tig besetzt, wenn die Schöf­fen für den Tag bestimmt wor­den sind, an dem die Ver­hand­lung tat­säch­lich begon­nen hat.

Die rich­ti­gen Schöf­fen für ein Ver­fah­ren

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Ange­klag­ten ent­schie­den, nach deren Mei­nung das Gericht mit den fal­schen Schöf­fen besetzt gewe­sen sei. Im Vor­hin­ein wird für ein Jahr aus­ge­lost, wel­cher Schöf­fe zustän­dig ist, wenn ein Ver­fah­ren an einem bestimm­ten Tag beginnt. Dann blei­ben die­se Schöf­fen für das gesam­te Ver­fah­ren dabei, auch wenn die Haupt­ver­hand­lung vie­le Tage oder gar Wochen dau­ert. In die­sem Fall begann die Haupt­ver­hand­lung wegen der Coro­na-Kri­se nicht an dem zunächst geplan­ten Ter­mins­tag, son­dern der Beginn wur­de knapp vier Wochen ver­scho­ben und begann erst an dem Tag, der regu­lär schon der 4. Ver­hand­lungs­tag gewe­sen wäre. Nach Mei­nung der Ange­klag­ten sei­en daher die für den zunächst geplan­ten Ter­mins­tag aus­ge­los­ten Schöf­fen zustän­dig, nicht die für den Ter­mins­tag, an dem das Ver­fah­ren tat­säch­lich begann.

Die­ser Auf­fas­sung konn­te das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg nicht fol­gen. Es war der Mei­nung, dass der Vor­sit­zen­de der Straf­kam­mer die „rich­ti­gen“ Schöf­fen gela­den habe: So sei das Gericht rich­tig besetzt. Die Schöf­fen sei­en für den Tag aus­ge­lost gewe­sen, an den die Ver­hand­lung tat­säch­lich begon­nen habe. Allein hier­auf kom­me es an.

Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 14. Mai 2020, 1 Ws 190/​20