Die Rüge der vor­schrifts­wid­ri­gen Beset­zung des Gerichts – und das nicht vor­ge­leg­te Haupt­ver­hand­lungs­pro­to­koll

Die Unzu­läs­sig­keit der Rüge der vor­schrifts­wid­ri­gen Beset­zung des Gerichts (§ 338 Nr. 1, § 222b StPO) ergibt sich nicht schon dar­aus, dass die Revi­si­on das Pro­to­koll des ers­ten Haupt­ver­hand­lungs­ta­ges nicht vor­ge­legt und damit belegt wur­de, dass der Beset­zungs­ein­wand nach § 222b StPO vor der Ver­neh­mung des Ange­klag­ten zur Sache erho­ben wur­de.

Die Rüge der vor­schrifts­wid­ri­gen Beset­zung des Gerichts – und das nicht vor­ge­leg­te Haupt­ver­hand­lungs­pro­to­koll

Denn der Revi­si­ons­füh­rer erfüllt sei­ne die Zuläs­sig­keit einer Ver­fah­rens­rüge bewir­ken­de Pflicht aus § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO bereits mit inso­weit voll­stän­di­gem Vor­trag aller ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Tat­sa­chen.

Ob die von der Revi­si­on behaup­te­ten Ver­fah­rens­tat­sa­chen als erwie­sen ange­se­hen wer­den kön­nen, ist jedoch eine Fra­ge des Bewei­ses, deren Beant­wor­tung dem Revi­si­ons­ge­richt obliegt 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Febru­ar 2018 – 3 StR 400/​17

  1. vgl. KK-Geri­cke, StPO, 7. Aufl., § 344 Rn. 40 mwN[]