Die iso­lier­te Sperr­frist für die Ertei­lung einer Fahr­erlaub­nis – und die erfor­der­li­che Begrün­dung

Die Anord­nung einer Maß­re­gel der Bes­se­rung und Siche­rung ist im Urteil gemäß § 267 Abs. 6 Satz 1 StPO zu begrün­den.

Die iso­lier­te Sperr­frist für die Ertei­lung einer Fahr­erlaub­nis – und die erfor­der­li­che Begrün­dung

Soll gegen den Ange­klag­ten wegen einer nicht im Kata­log des § 69 Abs. 2 StGB ent­hal­te­nen Straf­tat eine iso­lier­te Sperr­frist für die Ertei­lung einer Fahr­erlaub­nis ange­ord­net wer­den (§ 69a Abs. 1 Satz 1 StGB), so ist die Vor­nah­me einer Gesamt­wür­di­gung der Tat­um­stän­de und der Täter­per­sön­lich­keit durch den Tatrich­ter zum Beleg der feh­len­den Eig­nung des Ange­klag­ten zum Füh­ren von Kraft­fahr­zeu­gen erfor­der­lich.

Der erfor­der­li­che Umfang der Dar­le­gung ist hier­bei ein­zel­fall­ab­hän­gig. Zwar liegt es bei typi­schen Ver­kehrs­de­lik­ten, zu denen Fah­ren ohne Fahr­erlaub­nis zählt, nicht fern, dass der Täter zum Füh­ren eines Kraft­fahr­zeugs unge­eig­net und daher eine iso­lier­te Sperr­frist anzu­ord­nen ist 1. Eine auf den Ein­zel­fall bezo­ge­ne Begrün­dung macht dies indes nicht ent­behr­lich.

Zudem bedarf es bei der Bemes­sung der Sperr­frist der Dar­le­gung der Pro­gno­se­ent­schei­dung zur Dau­er der vor­aus­sicht­li­chen Unge­eig­net­heit des Täters 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Sep­tem­ber 2018 – 1 StR 439/​18

  1. BGH, Beschlüs­se vom 19.06.2018 – 2 StR 211/​18 7 mwN; und vom 17.12 2014 – 3 StR 487/​14 3, NStZ-RR 2015, 123; Urteil vom 05.09.2006 – 1 StR 107/​06, NStZ-RR 2007, 40[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 19.06.2018 – 2 StR 211/​18 7; und vom 22.10.2002 – 4 StR 339/​02, NZV 2003, 46[]