Die unter­blie­be­ne Ein­zie­hungs­ent­schei­dung

Die straf­recht­li­che Ver­mö­gens­ab­schöp­fung rich­tet sich nach den durch das Gesetz zur Reform der straf­recht­li­chen Ver­mö­gens­ab­schöp­fung vom 13.04.2017 1 ein­ge­führ­ten und am 1.07.2017 in Kraft getre­te­nen neu­en Rege­lun­gen der §§ 73 ff. StGB.

Die unter­blie­be­ne Ein­zie­hungs­ent­schei­dung

Danach ist zwin­gend das ein­zu­zie­hen, was der Täter durch oder für die Tat erlangt hat (§ 73 StGB nF) oder, sofern die Ein­zie­hung des erlang­ten Gegen­stands nicht mög­lich ist, die Ein­zie­hung eines Geld­be­trags aus­zu­spre­chen, der dem Wert des Erlang­ten ent­spricht (§ 73c StGB nF).

Es stellt daher einen Rechts­feh­ler dar, wenn sich das Tat­ge­richt, das kei­ne Ent­schei­dung nach § 421 StPO getrof­fen hat, in den Urteils­grün­den nicht mit der Fra­ge einer Ein­zie­hungs­an­ord­nung befasst, obwohl Anhalts­punk­te dafür bestehen, dass deren Vor­aus­set­zun­gen gege­ben sind 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Novem­ber 2018 – 2 StR 262/​18

  1. BGBl. I 2017, 872[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 07.02.2017 – 1 StR 231/​16, NStZ 2017, 401, 403[]
  3. BGBl. I 2017, 872[]