Die unwirk­sa­me Rechts­mit­tel­rück­nah­me

Die Rück­nah­me einer Revi­si­on muss ein­deu­tig und zwei­fels­frei erklärt wer­den, um Wirk­sam­keit zu erlan­gen 1.

Die unwirk­sa­me Rechts­mit­tel­rück­nah­me

Als Pro­zess­hand­lung ist sie bedin­gungs­feind­lich 2).

Die von dem Ange­klag­ten abge­ge­be­ne Erklä­rung, die Revi­si­on zurück­zu­zie­hen, jedoch mit der Bit­te, dass er in The­ra­pie gehen kann, erfüllt die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht. Denn es bleibt auch nach Aus­le­gung die­ser Erklä­rung zwei­fel­haft, ob die Revi­si­on nur unter der Bedin­gung einer The­ra­pie­be­wil­li­gung zurück­ge­nom­men oder ob die Rück­nah­me unab­hän­gig von einer The­ra­pie­be­wil­li­gung und damit unbe­dingt erklärt wer­den soll­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Okto­ber 2016 – 3 StR 311/​16

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 24.08.2016 – 1 StR 380/​16 2; vom 03.11.2011 – 2 StR 353/​11 3; LR/​Jesse, StPO, 26. Aufl., § 302 Rn. 21; KK-Paul, StPO, 7. Aufl., § 302 Rn. 11[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 12.11.1953 – 3 StR 435/​53, BGHSt 5, 183; Beschluss vom 27.04.2001 – 3 StR 502/​99, bei Becker, NStZ-RR 2002, 97, 101 (Nr. 43[]