Die vor meh­re­ren uner­le­dig­ten Ver­ur­tei­lun­gen began­ge­ne Tat

Ist eine neu abge­ur­teil­te Tat zeit­lich vor meh­re­ren uner­le­dig­ten Ver­ur­tei­lun­gen began­gen wor­den, die unter­ein­an­der nicht auf eine Gesamt­stra­fe zurück­ge­führt wer­den kön­nen, ist eine nach­träg­li­che Gesamt­stra­fen­bil­dung nach § 55 Abs. 1 StGB nur mit den Stra­fen aus der zeit­lich ers­ten Ver­ur­tei­lung mög­lich 1.

Die vor meh­re­ren uner­le­dig­ten Ver­ur­tei­lun­gen began­ge­ne Tat

Das bei allei­ni­ger Revi­si­on des Ange­klag­ten zu beach­ten­de ver­fah­rens­recht­li­che Ver­bot der refor­ma­tio in pei­us aus § 358 Abs. 2 Satz 1 StPO hat im Fal­le einer feh­ler­haf­ten nach­träg­li­chen Gesamt­stra­fen­bil­dung zur Fol­ge, dass dem Ange­klag­ten ein durch die feh­ler­haf­te Anwen­dung des § 55 StGB erlang­ter Vor­teil nicht mehr genom­men wer­den darf 2.

Hat eine aus Frei­heits­stra­fe und Geld­stra­fe gebil­de­te Gesamt­stra­fe kei­nen Bestand und wird nun­mehr auf bei­de Straf­ar­ten neben­ein­an­der erkannt, darf die Sum­me aus der Frei­heits­stra­fe und den Tages­sät­zen der Geld­stra­fe die frü­he­re Gesamt­frei­heits­stra­fe nicht über­stei­gen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Juli 2017 – 4 StR 102/​17

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 07.12 1983 – 1 StR 148/​83, BGHSt 32, 190, 193; Ris­sing­van Saan in LK-StGB, 12. Aufl., § 55 Rn. 15[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 08.06.2016 – 4 StR 73/​16, Stra­Fo 2016, 348, 349; vom 11.02.1988 – 4 StR 516/​87, BGHSt 35, 208, 212; Urteil vom 03.11.1955 – 3 StR 369/​55, BGHSt 8, 203, 205[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 07.05.2013 – 4 StR 111/​13, BGHR StPO § 358 Abs. 2 Nach­teil 14 mwN[]