Die mit­tä­ter­schaft­li­che Ver­wirk­li­chung der BTM-Ein­fuhr

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist es für eine mit­tä­ter­schaft­li­che Ver­wirk­li­chung der Ein­fuhr gemäß § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG nicht erfor­der­lich, dass der Täter der Ein­fuhr das Rausch­gift eigen­hän­dig ins Inland ver­bringt.

Die mit­tä­ter­schaft­li­che Ver­wirk­li­chung der BTM-Ein­fuhr

Viel­mehr kann auch der­je­ni­ge, der die Betäu­bungs­mit­tel nicht selbst nach Deutsch­land trans­por­tiert, (Mit)Täter der Ein­fuhr des unmit­tel­bar han­deln­den Täters sein, wenn er einen Tat­bei­trag erbringt, der sich bei wer­ten­der Betrach­tung nicht nur als För­de­rung frem­den Tuns, son­dern als Teil der zur Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung füh­ren­den Tätig­keit aller Mit­wir­ken­den dar­stellt, und der die Tat­hand­lun­gen der ande­ren als Ergän­zung sei­nes eige­nen Tat­an­teils erschei­nen lässt 1.

Wesent­li­che Anhalts­punk­te für die Täter­schaft sind dabei der Grad sei­nes Tat­in­ter­es­ses, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung, die Tat­herr­schaft und der Wil­le dazu, die in eine wer­ten­de Gesamt­be­trach­tung ein­zu­be­zie­hen sind 2.

Ent­schei­den­der Bezugs­punkt bei allen vor­ge­nann­ten Merk­ma­len ist aber wegen der recht­lich gebo­te­nen tat­be­stands­spe­zi­fi­schen Bewer­tung der ver­wirk­lich­ten Betei­li­gungs­form der Ein­fuhr­vor­gang selbst 3.

Die­sen Grund­sät­zen ent­spre­chend kann zwar auch der ledig­lich im Inland auf­häl­ti­ge Emp­fän­ger von Betäu­bungs­mit­teln wegen (mit)täterschaftlicher Ein­fuhr straf­bar sein, wenn er sie durch Drit­te über die Gren­ze brin­gen lässt und dabei mit Täter­wil­len die Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung för­dern­de Bei­trä­ge leis­tet 4. Wegen des not­wen­di­gen Bezugs der den Täter­wil­len aus­fül­len­den Kri­te­ri­en (Tat­in­ter­es­se; Umfang der Tat­be­tei­li­gung; Tat­herr­schaft und Wil­le dazu) zur tat­be­stand­li­chen Hand­lung, der Ein­fuhr, kommt eine (mit)täterschaftliche Betei­li­gung dar­an für den Emp­fän­ger der ein­ge­führ­ten Dro­gen regel­mä­ßig aber nur dann in Betracht, wenn er Ein­fluss auf den Ein­fuhr­vor­gang als sol­chen hat 5.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Okto­ber 2016 – 1 StR 366/​16

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 22.07.1992 – 3 StR 35/​92, BGHSt 38, 315, 319 mwN; Beschlüs­se vom 31.03.2015 – 3 StR 630/​14, StV 2015, 632 f.; vom 05.04.2016 – 3 StR 554/​15, NStZ-RR 2016, 209, 210; und vom 02.06.2016 – 1 StR 161/​16 Rn. 3; sie­he auch BGH, Beschluss vom 08.09.2016 – 1 StR 232/​16 Rn. 14[]
  2. st. Rspr.; BGH, Beschlüs­se vom 11.07.1991 – 1 StR 357/​91, BGHSt 38, 32, 33 mwN; vom 31.03.2015 – 3 StR 630/​14, StV 2015, 632 f.; und vom 05.04.2016 – 3 StR 554/​15, NStZ-RR 2016, 209, 210[]
  3. sie­he bereits BGH, Beschluss vom 11.07.1991 – 1 StR 357/​91, BGHSt 38, 32, 33 mwN sowie BGH, Beschlüs­se vom 25.02.2015 – 4 StR 16/​15, NStZ 2015, 346; vom 31.03.2015 – 3 StR 630/​14, Stra­Fo 2015, 259, 260; vom 02.06.2015 – 4 StR 144/​15, NStZ-RR 2016, 316; vom 02.06.2016 – 1 StR 161/​16 Rn. 4; und vom 08.09.2016 – 1 StR 232/​16 Rn. 14[]
  4. BGH, Beschluss vom 05.04.2016 – 3 StR 554/​15, NStZ-RR 2016, 209, 210[]
  5. vgl. BGH aaO; sie­he auch BGH, Beschluss vom 02.06.2016 – 1 StR 161/​16 Rn. 4[]