Die zwi­schen zwei Ver­ur­tei­lun­gen began­ge­ne wei­te­re Tat

Wur­den die neu abzu­ur­tei­len­den Taten zwi­schen zwei Vor­ver­ur­tei­lun­gen began­gen, die unter­ein­an­der nach § 55 StGB gesamt­stra­fen­fä­hig sind, darf aus den Stra­fen für die neu abge­ur­teil­ten Taten und der Stra­fe aus der letz­ten Vor­ver­ur­tei­lung kei­ne Gesamt­stra­fe gebil­det wer­den.

Die zwi­schen zwei Ver­ur­tei­lun­gen began­ge­ne wei­te­re Tat

Der letz­ten Vor­ver­ur­tei­lung kommt, da die Taten aus bei­den Vor­ver­ur­tei­lun­gen bereits in dem frü­he­ren Erkennt­nis hät­ten geahn­det wer­den kön­nen, gesamt­stra­fen­recht­lich kei­ne eigen­stän­di­ge Bedeu­tung zu.

Dies gilt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs unab­hän­gig davon, ob eine nach­träg­li­che Gesamt­stra­fe tat­säch­lich gebil­det wur­de [1] oder im Ver­fah­ren nach § 460 StPO noch nach­ge­holt wer­den kann [2].

Eine gege­be­ne Gesamt­stra­fen­la­ge wird auch nicht dadurch besei­tigt, dass nach § 55 Abs. 1 StGB i.V.m. § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB von der Ein­be­zie­hung einer Geld­stra­fe in eine Gesamt­frei­heits­stra­fe abge­se­hen wor­den ist [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. April 2020 – 1 StR 615/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 17.11.2015 ? 4 StR 276/​15 Rn. 5; Urteil vom 12.08.1998 ? 3 StR 537/​97, BGHSt 44, 179, 180 f.[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 26.02.2020 – 4 StR 420/​19 Rn. 3 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 18.12.2013 – 4 StR 356/​13 Rn. 5 mwN; und vom 15.09.2010 – 5 StR 325/​10 Rn. 1[]