Dieb­stahl von Fahr­rä­dern vor einer Schu­le

Es wirkt sich zulas­ten der Täter aus, wenn Fahr­rä­der wäh­rend des lau­fen­den Schul­be­triebs vor einer Schu­le ent­wen­det wer­den, da sie das Sicher­heits­ge­fühl der Schü­ler nach­hal­tig erschüt­tern kön­nen.

Dieb­stahl von Fahr­rä­dern vor einer Schu­le

So das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall drei­er Fahr­rad­die­be, die hoch­wer­ti­ge Fahr­rä­der gestoh­len hat­ten. Am 10.2.2017 wur­den die drei Ver­ur­teil­ten im Alter von zwei­mal 25 und ein­mal 19 Jah­ren gegen 8.15h Uhr vom Haus­meis­tern des Wer­ner-Hei­sen­berg-Gym­na­si­ums in Gar­ching dabei beob­ach­tet, wie sie drei ver­sperr­te hoch­wer­ti­ge Räder mit­tels eines Bol­zen­schnei­ders ent­wen­de­ten. Nach­dem sie sich beob­ach­tet wuss­ten fuh­ren sie mit den Rädern zu ihrem in der Nähe gepark­ten Ford Tran­sit, wo sie Bol­zen­schnei­der und Schlös­ser ent­sorg­ten und zwei der Ver­ur­teil­ten ande­re Ober­be­klei­dung anleg­ten. Auf­grund ihres ver­däch­ti­gen Ver­hal­tens ver­stän­dig­te ein Anwoh­ner die Poli­zei, die bereits auf der Suche nach den beob­ach­te­ten Die­ben war.

Der zweit­äl­tes­te Ver­ur­teil­te hat­te vier Tage zuvor am glei­chen Ort mit min­des­tens einem ande­ren Unbe­kann­ten bereits sechs ande­re ver­sperr­te hoch­wer­ti­ge Räder ent­wen­det und ins Aus­land trans­por­tiert. Die Tat war ihm nach­zu­wei­sen, da spä­ter in Tat­ort­nä­he neben einem Bol­zen­schnei­der auch ein aus die­ser Tat stam­men­des Fahr­rad­schloss mit DNA-Spu­ren die­ses Ver­ur­teil­ten gefun­den wur­de. Die Ver­ur­teil­ten befan­den sich ab ihrer Ergrei­fung wegen Flucht­ge­fahr in Unter­su­chungs­haft.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Mün­chen war zulas­ten des zweit­äl­tes­ten Erwach­se­nen die „ersicht­li­che Hart­nä­ckig­keit des kri­mi­nel­len Ver­hal­tens“ zu wer­ten. Hin­sicht­lich der bei­den erwach­se­nen Ver­ur­teil­ten muss­ten Vor­ver­ur­tei­lun­gen straf­er­schwe­rend berück­sich­tigt wer­den.

„Zulas­ten aller Ange­klag­ten wirkt sich zudem aus, dass die Fahr­rä­der wäh­rend des lau­fen­den Schul­be­triebs vor einer Schu­le ent­wen­det wur­den, was geeig­net ist, das Sicher­heits­ge­fühl der Schü­ler, zumal an einem für sie all­täg­li­chen und nicht ver­meid­ba­ren Ort, nach­hal­tig zu erschüt­tern.“

Das Amts­ge­richt Mün­chen konn­te ange­sichts der hier ein­ma­li­gen Tat­be­ge­hung hin­sicht­lich des her­an­wach­sen­den noch nicht vor­be­straf­ten Ver­ur­teil­ten die Vor­aus­set­zung der Ver­hän­gung von Jugend­stra­fe, näm­lich schäd­li­che Nei­gun­gen zum Zeit­punkt der Ver­hand­lung, nicht sehen.

Aller­dings wer­te­te das Amts­ge­richt Mün­chen zuguns­ten aller Ver­ur­teil­ten deren im Rah­men der Ver­hand­lung abge­leg­ten Geständ­nis­se.

Am Ende der Ver­hand­lung ver­häng­te das Amts­ge­richt Mün­chen gegen den ältes­ten eine Frei­heits­stra­fe von 1 Jahr und 2 Mona­ten, gegen den zweit­äl­tes­ten eine Gesamt­frei­heits­stra­fe von 2 Jah­ren und gegen den Her­an­wach­sen­den einen vier­wö­chi­gen Dau­er­ar­rest, der im Hin­blick auf die bereits über 6 Mona­te erlit­te­ne Unter­su­chungs­haft nicht mehr eigens voll­streckt wer­den soll.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 21. August 2017 – 1034 Ls 469 Js 115471/​17 jug