Diebstahlserie mehrerer Mittäter

Sind an einer Deliktserie mehrere Personen als Mittäter, mittelbare Täter, Anstifter oder Gehilfen beteiligt, ist die Frage, ob die einzelnen Taten tateinheitlich oder tatmehrheitlich zusammentreffen, bei jedem Beteiligten gesondert zu prüfen und zu entscheiden.

Diebstahlserie mehrerer Mittäter

Maßgeblich ist dabei der Umfang des erbrachten Tatbeitrags. Leistet ein Mittäter für alle oder einige Einzeltaten einen individuellen, nur diese fördernden Tatbeitrag, so sind ihm diese Taten – soweit keine natürliche Handlungseinheit vorliegt – als tatmehrheitlich begangen zuzurechnen.

Fehlt es an einer solchen individuellen Tatförderung, erbringt der Täter aber im Vorfeld oder während des Laufs der Deliktserie Tatbeiträge, durch die alle oder mehrere Einzeltaten seiner Tatgenossen gleichzeitig gefördert werden, sind ihm die gleichzeitig geförderten Straftaten als tateinheitlich begangen zuzurechnen, da sie in seiner Person durch den einheitlichen Tatbeitrag zu einer Handlung im Sinne des § 52 Abs. 1 StGB verknüpft werden. Ohne Bedeutung ist dabei, ob die Mittäter die einzelnen Delikte tatmehrheitlich begangen haben1.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 23. August 2017 – 1 StR 648/16

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüsse vom 11.04.2017 – 4 StR 615/16, Rn. 4; vom 02.07.2014 – 4 StR 176/14, wistra 2014, 437; und vom 30.07.2013 – 4 StR 29/13, NStZ 2013, 641; Urteil vom 17.06.2004 – 3 StR 344/03, BGHSt 49, 177, 182 f.[]
Weiterlesen:
Das rechtsfehlerhaft ergangene Prozessurteil